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Zwielichtige Vorwürfe an AfD-Kandidatin

Eine Stadtvertreterin der AfD soll in Abu Dhabi für einen Begleitservice Frauen vermittelt haben. Das verträgt sich schlecht mit den Tugenden der Partei.

Auf Platz drei der AfD-Liste für die Landtagswahlen im Herbst in Mecklenburg-Vorpommern: Petra Federau.
Auf Platz drei der AfD-Liste für die Landtagswahlen im Herbst in Mecklenburg-Vorpommern: Petra Federau.
Screenshot Facebook

Der Artikel der «Schweriner Volkszeitung» sorgt lokal für grosse Furore. Unter dem Titel «Sauberfrau im Zwielicht» schreibt das Blatt, dass Petra Federau, Stadtverordnete der Alternative für Deutschland (AfD) und Kandidatin für die Landtagswahl vom 4. September in Mecklenburg-Vorpommern, für den einst in Abu Dhabi ansässigen, gehobenen Begleit-Service «Escort4You – German Beautys» als Vermittlerin tätig gewesen sei und bisweilen die Damen selbst zu ihren Auslandseinsätzen begleitet habe.

Nach Angaben der Zeitung lehnte die Politikerin die Beantwortung schriftlich gestellter Fragen zu diesem Thema ab. Gegen «sorgfältig recherchierte Zeitungsartikel», so ihr Anwalt, sei jedoch nichts einzuwenden, schreibt welt.de weiter. Sollten die Fakten stimmen, so wäre das der Überfliegerpartei in der Bundesrepublik mehr als peinlich. Die AfD legt in ihren Veröffentlichungen grossen Wert auf Anstand und Tugenden, der Schutz von Ehe und Familie geht ihr über alles.

Gute Chancen für einen Sitz im Landtag

Für Federau, die nach den Umfragen auf Platz der AfD-Liste beste Chancen auf ein Landtagsmandat hat, wäre die Enthüllung einer geschäftstüchtigen wie frivolen Vergangenheit besonders pikant, da sie ja nicht gerade als Sympathisantin fremdländischer Frauen und Männer aufgefallen ist.

So berichtet Welt online, dass sie sich bei Facebook zum Thema Asyl und Ebola-Kranke auf dünnem Eis bewegte. «Wir holen uns nicht nur die Religionskriege, sondern auch alle Krankheiten der Welt ins Land.» Auch über eine drohende «Zwangsverpflichtung» zur Aufnahme von Flüchtlingen räsonierte sie. Es wird gesagt, sie sei deshalb auch nicht mehr im Landesvorstand der Partei. Als empörte Schlagzeilen über ihre Äusserungen folgten, fühlte sie sich öffentlich hingerichtet.

Nicht ohne Sarkasmus

Die «Schweriner Volkszeitung» weist mit einer Prise Sarkasmus darauf hin, dass in manchen islamischen Staaten Männer und Frauen, denen Prostitution vorgeworfen wird, die öffentliche Hinrichtung drohe. Allerdings sagt niemand, wie entgegenkommend die Damen gewesen sind.

Gemäss «Welt.de» scheint aber die Zeitung über schriftliche Dokumente und Beweise über die einstige Tätigkeit von Petra Federau zu verfügen.

AfD-Chefin in der Kritik

Nicht nur Federau sorgt derzeit für Schlagzeilen. Ausgerechnet AfD-Chefin Frauke Petry muss sich eine Abrechnung von ihrem ehemaligen Lehrer gefallen lassen. Auf Facebook schiesst Heinrich Peuckmann scharf gegen die Politikerin: «Anderen Lügenpresse vorwerfen und selber lügen, wenn es darum geht, sein verschroben undifferenziertes und verachtenswertes Welt- und Menschenbild zu begründen, ist schon schäbig.»

Petry hatte am Montag vor den Medien behauptet, in der deutschen Stadt Bergkamen gebe es «No-go-Areas». Ihr Ex-Lehrer widerspricht vehement: «Nun gibt es in Bergkamen durchaus Viertel, in denen sich soziale Probleme zuspitzen, aber ein Viertel, in das sich die Bergkamener Polizei nicht mehr traut, gibt es wirklich nicht», so Peuckmann.

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