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Attentäter von Ansbach gab zwei TV-Interviews

Während seines Aufenthaltes in Bulgarien erzählte Mohammad D. einer Reporterin die Gründe für seine Flucht aus Syrien.

Reaktionen auf den Anschlag in Ansbach: Die bayrische Landesregierung verstärkt ihr Personal bei Polizei und Justiz. (27. Juli 2016)
Reaktionen auf den Anschlag in Ansbach: Die bayrische Landesregierung verstärkt ihr Personal bei Polizei und Justiz. (27. Juli 2016)
Daniel Karmann, Keystone
Ein Tag nach dem Anschlag: Die Spielkarten der Gäste liegen noch auf dem Tisch. Hier waren die ahnungslosen Besucher des Lokals «Eugen's Gaststube» in der Ansbacher Altstadt von der Bombenexplosion überrascht worden.
Ein Tag nach dem Anschlag: Die Spielkarten der Gäste liegen noch auf dem Tisch. Hier waren die ahnungslosen Besucher des Lokals «Eugen's Gaststube» in der Ansbacher Altstadt von der Bombenexplosion überrascht worden.
EPA/Karl-Josef Hilfebrand
Weil der Täter nicht auf das Gelände des Musikfestival gelassen wurde, zündete er die Bombe vor dem Eingang. (25. Juli 2016)
Weil der Täter nicht auf das Gelände des Musikfestival gelassen wurde, zündete er die Bombe vor dem Eingang. (25. Juli 2016)
Daniel Karmann, Keystone
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Der Attentäter von Ansbach, Mohammad D., ist während seines Aufenthalts in Bulgarien dort zwei Mal von Fernsehreportern interviewt worden. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen wiederholte die Auszüge aus dem Jahr 2013 am Mittwoch.

Der junge Syrer berichtet in den Interviews unter anderem, dass er in Aleppo Mathematiklehrer gewesen sei. Er habe seine Familie verloren und habe daraufhin beschlossen zu fliehen.

Eine TV-Reporterin, die damals mit dem jungen Mann sprach, beschrieb ihn als «eher ruhig, zurückhaltend, sogar schüchtern». Er habe ihr versichert, dass er Gewalt ablehne und Menschen nicht «nach ihrem Glauben und ihrer Religion» einteile.

«Humanitärer Schutz»

Wie das bulgarische Innenministerium mitteilte, reiste der Mann im Juli 2013 illegal über die Türkei nach Bulgarien ein, das er ungefähr Mitte 2014 wieder verliess. In der Zeit sei er den Behörden nicht aufgefallen.

Laut der Chefin der bulgarischen Flüchtlingsbehörde, Petja Parwanowa, erhielt der Syrer im Dezember 2013 «humanitären Schutz». Dieser Status erlaubt es anders als bei einer Anerkennung als Flüchtling nicht, ohne Visum innerhalb der EU zu reisen.

Dennoch gelangte der Syrern nach Deutschland, von wo er eigentlich wieder nach Bulgarien hätte abgeschoben werden sollen. Anfang 2015 wurde der Bescheid aber ausser Kraft gesetzt, der Flüchtling wurde daraufhin geduldet.

Mitte Juli erhielt er eine neue Abschiebeandrohung, wenige Tage später sprengte er sich in Ansbach vor einem Lokal in die Luft. Der Attentäter kam ums Leben, 15 Menschen wurden verletzt.

SDA/chk

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