Attentat auf griechischen Ex-Regierungschef

Bei einem Bombenanschlag in Athen wurde der frühere griechische Premierminister Lukas Papademos verletzt. Er und zwei weitere Personen liegen im Spital.

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Der ehemalige griechische Ministerpräsident, Lukas Papademos, wurde bei einem Bombenanschlag in Athen verletzt. Der 69-Jährige schwebe nicht in Lebensgefahr und sei bei Bewusstsein, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag. Gleiches gelte für zwei Mitarbeiter der griechischen Zentralbank, die bei der Detonation im Zentrum von Athen ebenfalls verletzt worden seien.

Demnach explodierte der Sprengsatz im Auto. Allem Anschein nach sei eine Briefbombe in den Händen des Ex-Premiers explodiert, als er den Umschlag in seinem Wagen öffnete, berichtete das Staatsradio.

Papademos – ein mutiger Dienstleister für Griechenland

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras verurteilte die Tat. Via Twitter wünschte er ihm und den anderen Verletzten schnelle Genesung. Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos hatte die Explosion zuvor als «Angriff» bezeichnet.

Der Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sagte, der frühere Kollege Papademos sei ein mutiger Dienstleister für Griechenland und Europa. Die Attacke stimme die Mitarbeiter der Bank traurig.

Im Zuge der Schuldenkrise gewählt

Ein Bekenntnis zu dem mutmasslichen Angriff tauchte bislang nicht auf. Griechische Politiker sind in der Vergangenheit von linksextremen und anarchistischen Gruppen ins Visier genommen worden. Eine Gruppierung namens «Verschwörung der Feuerzellen» hatte sich in diesem Jahr dazu bekannt, Paketbomben an das deutsche Finanzministerium und das Pariser Büro des Internationalen Währungsfonds geschickt zu haben.

Papademos diente seinem Land in den Jahren 2011 und 2012 sechs Monate lang als Regierungschef. Zuvor war er jahrelang Chef der griechischen Zentralbank und später Vizepräsident der Europäischen Zentralbank gewesen. (chi/sda)

Erstellt: 25.05.2017, 19:25 Uhr

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