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Ausweispflicht auf Schengen-Flügen?

Der deutsche Innenminister prüft nach dem Absturz der Germanwings-Maschine gemäss Medienberichten eine neue Kontrollmassnahme. Inzwischen sind an der Absturzstelle Handys gefunden worden.

Kritisiert, dass nach dem Absturz unklar war, wer überhaupt an Bord der Maschine war: Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière in Berlin. (25. März 2015)
Kritisiert, dass nach dem Absturz unklar war, wer überhaupt an Bord der Maschine war: Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière in Berlin. (25. März 2015)
Stefanie Loos, Reuters

Als Konsequenz aus der Flugzeugkatastrophe in Frankreich will der deutsche Innenminister Thomas de Maizière eine Ausweispflicht auf allen Flügen im Schengen-Raum prüfen. De Maizière kritisiert, dass nach dem Absturz unklar war, wer überhaupt an Bord der Maschine war. Nach dem Absturz habe man überprüft, ob Passagiere und Besatzungsmitglieder den Behörden als sogenannte Gefährder bekannt gewesen seien, sagte der Politiker der Zeitung «Bild» laut Vorabmeldung vom Donnerstag. «Wir mussten aber feststellen, dass zunächst gar nicht klar war, wer überhaupt in dem Flugzeug sass.»

Grund sei der Wegfall der Grenzkontrollen nach dem Schengener Abkommen, mit dem die Identität der Fluggäste nicht systematisch kontrolliert werde, wurde de Maizière zitiert. «Wenn ein Passagier sein Ticket an jemand anderen abtritt, wird nur der Name des ersten Passagiers erfasst. Das ist ein riesiges Sicherheitsproblem, und wir müssen ernsthaft überlegen, ob das in Zukunft wirklich noch so bleiben kann», sagte der Innenminister demnach.

Die Spurensicherung und die Bergung der sterblichen Überreste der Opfer gehen weiter: Ein Helikopter der Gendarmerie überfliegt Seyne-les-Alpes in der Nähe der Absturzstelle. (28. März 2015)
Die Spurensicherung und die Bergung der sterblichen Überreste der Opfer gehen weiter: Ein Helikopter der Gendarmerie überfliegt Seyne-les-Alpes in der Nähe der Absturzstelle. (28. März 2015)
Jeff Pachoud, AFP
Hier wurde Germanwings-Co-Pilot Andreas Lubitz behandelt: Schild vor dem Universitätsklinikum Düsseldorf. (27. März 2015)
Hier wurde Germanwings-Co-Pilot Andreas Lubitz behandelt: Schild vor dem Universitätsklinikum Düsseldorf. (27. März 2015)
Patrik Stollarz, AFP
Germanwings und andere Airlines haben ihre Logos auf Twitter und Facebook als Reaktion auf das Unglück schwarz eingefärbt. (24. März 2015)
Germanwings und andere Airlines haben ihre Logos auf Twitter und Facebook als Reaktion auf das Unglück schwarz eingefärbt. (24. März 2015)
AFP
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Ermittler haben am Absturzort der Germanwings-Maschine Mobiltelefone sichergestellt. Doch seien sie noch nicht gründlich untersucht worden, sagte Sprecher Jean-Marc Menichini. Deshalb hätten sich daraus auch noch keine Hinweise ergeben, was am Tag des Unglücks vor gut einer Woche passiert sei. Die Suche nach persönlichen Gegenständen am Unglücksort gehe weiter.

Beim Absturz des Airbus A320 in den französischen Alpen kamen in der vergangenen Woche 150 Menschen ums Leben. Den Ermittlungen zufolge sperrte der Co-Pilot den Flugkapitän aus dem Cockpit aus und führte die Katastrophe bewusst herbei. Das Motiv ist unklar. Der 27-Jährige soll vor Jahren an Depressionen gelitten haben.

Die Namen von Besatzungsmitgliedern und Passagieren wurden de Maizière zufolge nach dem Absturz überprüft, weil die Behörden «wissen wollten, ob es sich um einen Terroranschlag handelt». Als Konsequenz aus dem Absturz prüfen «Bild» zufolge deutsche und französische Experten auch, ob der Mechanismus zum Schutz der Cockpittür geändert werden soll. Bisher ist es möglich, die Tür von innen komplett zu verriegeln, sodass ein Eindringen auch für Crewmitglieder unmöglich ist. Dieser Mechanismus wurde wegen der Anschläge vom 11. September 2001 eingeführt.

sda/AP/thu

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