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Auszeichnung für einen Kämpfer gegen die Ölmultis

Der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey ist einer der Gewinner des Alternativen Nobelpreises. Damit richtet das schwedische Komitee den Fokus auf eines der drängendsten Probleme in Afrika.

«Die Ölmultis ignorieren uns einfach»: Der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey.
«Die Ölmultis ignorieren uns einfach»: Der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey.

Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr an Umweltschützer in Nigeria und Brasilien, Dorfgemeinschaften in Nepal und die Organisation «Mediziner für Menschenrechte» in Israel. Die Gewinner teilen sich ein Preisgeld von 200'000 Euro. Die Stockholmer Stiftung «Right Livelihood Award» begründete ihre Entscheidung am Donnerstag damit, dass die Ausgezeichneten in vorbildlicher Weise für einen «Wandel von unten» eingetreten seien.

Der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey erhält einen Preis, weil er die «menschlichen Kosten der Ölförderung in seinem Land aufzeigt». Der 52-Jährige arbeitet als Chef der Umweltorganisation «Friends of The Earth Nigeria» gegen die rücksichtslose Plünderung von Bodenschätzen durch internationale Konzerne. Die schwedische Jurorin Marianne Andersson meinte: «Diese Vergabe ist hochaktuell, wie die Katastrophe am Golf von Mexiko zeigt.»

Der 52-jährige Architekt Bassey gilt als einer der profiliertesten Umweltschützer Afrikas. Seine Aktivitäten gelten vor allem den riesigen Schäden durch rücksichtslose Ausbeutung von Öl und anderen Bodenschätzen in afrikanischen Ländern. Während in den USA jeder kleine Ölaustritt zu gewaltigen Protesten führe, sei dies etwa im Nigerdelta an der Tagesordnung, sagt er. «Die Ölmultis ignorieren das einfach», sagte er in einem Zeitungsinterview. Seine Organisation klagt für arme Dorfgemeinden vor Gericht, verbreitet Berichte über Ölaustritte und macht Druck, damit die Umweltschäden beseitigt werden.

Schutz des Amazonas-Regenwaldes

Aus Brasilien wird der 1939 in Österreich geborene katholische Bischof Erwin Kräutler wegen seines Einsatzes für die indianischen Ureinwohner und den Schutz des Amazonas-Regenwaldes geehrt. Er kam 1978 in das südamerikanische Land und arbeitet, inspiriert von der Befreiungstheologie, vor allem für die Bewahrung oder Rückgewinnung von Landeigentum für Ureinwohner.

Kräutler ist Präsident des katholischen Missionsrates für Ureinwohner in Brasilien. Über seine Motive sagte er in einem Gespräch mit der Stockholmer Stiftung: «Wenn diesen Völkern die «Mit-Welt» zerstört wird, dann sind wir im Namen des Evangeliums aufgefordert, ihr angestammtes Land zu verteidigen, und damit auch das Überleben zu sichern.»

Hilfe zur Selbsthilfe

Der nepalesischen Hilfsorganisation Sappros und ihrem Gründer Shrikrishna Upadhyay erkannte die Stiftung den Alternativen Nobelpreis zu, weil sie Dorfgemeinschaften zur Selbsthilfe gegen die Armut mobilisieren. Die Organisation habe «selbst im Angesicht der Bedrohung durch politische Gewalt» gezeigt, wie Dorfgemeinschaften Armut überwinden könnten.

Als vierter Preisträger wird die israelisch-palästinensische Organisation «Mediziner für Menschenrechte» geehrt – «für ihren unbezähmbaren Geist, mit dem sie für das Recht auf Gesundheit für alle Menschen in Israel und Palästina einsteht». Die hier zusammengeschlossenen Ärzte behandeln insbesondere auch Menschen in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten, die gesetzlich überhaupt keinen Anspruch auf medizinische Versorgung haben.

Auszeichnung für praktische Antworten

Der Alternative Nobelpreis wird seit 1980 verliehen. Er soll diejenigen unterstützen, die «praktische Antworten» auf die drängendsten Herausforderungen der Gegenwart geben. Überreicht werden die Preise am 6. Dezember im schwedischen Parlament.

SDA/jak

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