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Banken in Griechenland öffnen wieder – Bargeldmangel bleibt

Ab heute können die Griechen wieder Geld abheben. Es ist allerdings nur ein kleiner Schritt zurück zur Normalität. Die Bezugslimite liegt bei 60 Euro pro Tag.

Nach langen drei Wochen gehen die Bankschalter wieder auf: Die Warteschlange vor einer Bank in Athen. (20. Juli 2015)
Nach langen drei Wochen gehen die Bankschalter wieder auf: Die Warteschlange vor einer Bank in Athen. (20. Juli 2015)
Aris Messinis, AFP
Senioren haben Vortritt und bekommen ein entsprechendes Ticket. (20. Juli 2015)
Senioren haben Vortritt und bekommen ein entsprechendes Ticket. (20. Juli 2015)
EPA/Yannis Kolesidis
Die Kapitalverkehrskontrollen bleiben fürs Erste.
Die Kapitalverkehrskontrollen bleiben fürs Erste.
Louisa Gouliamaki, AFP
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In Griechenland öffnen nach drei Wochen wieder die Banken. An der Bargeldknappheit im wirtschaftlichen Alltag der Menschen wird das aber nichts ändern, weil auch weiterhin nicht mehr als 60 Euro pro Tag abgehoben werden dürfen. Per Erlass verfügte die griechische Regierung am Samstag ferner, dass das wöchentliche Bargeldlimit bei 420 Euro liegt und dass Checks nur dem Konto gutgeschrieben und nicht bar ausgezahlt werden können. Heute muss Athen zudem der Europäischen Zentralbank einen Kredit über 3,5 Milliarden Euro samt 700 Millionen Euro Zinsen zurückzahlen. Die EU stellt Griechenland jedoch einen Überbrückungskredit von gut sieben Milliarden Euro bereit, damit es das Darlehen bedienen kann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss am Sonntag einen Schuldenerlass für Griechenland aus. Ein klassischer Haircut von 30 oder 40 Prozent sei in einer Währungsunion nicht möglich, sagte sie der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin».

Erster Schritt Richtung Alltag

Die Bankenöffnung ist ein erster Schritt, um nach dem eskalierten Streit zwischen der Regierung in Athen und ihren internationalen Geldgebern Ende Juni wieder langsam zum Alltag zurückzukehren. Die Rettung Griechenlands aus höchster Finanznot hatte am Freitag mit der Zustimmung des Bundestages für Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket an Fahrt gewonnen.

Die Europäische Zentralbank hatte bereits am Donnerstag die Notkredite für Griechenlands klamme Banken um zunächst 900 Millionen Euro erhöht. Zuvor hatte das griechische Parlament Vorbedingungen der Gläubiger für die Aufnahme von Verhandlungen über das etwa 85 Milliarden Euro schwere dritte Rettungspaket zugestimmt. Am Freitag gab dann auch der Bundestag grünes Licht für Gespräche über neue Finanzhilfen. Es wird erwartet, dass die Verhandlungen über ein Rettungspakt einen Monat dauern werden.

Börse bleibt weiterhin geschlossen

Die griechische Aktienbörse bleibt auch heute geschlossen. Eine am Wochenende erlassene Verordnung zur Wiedereröffnung der Banken gelte nicht für den Handelsplatz, sagte eine Sprecherin der Athener Börse am Montag. Sie schloss aber nicht aus, dass in dieser Woche wieder Aktien gehandelt werden könnten.

Sogar Totengräber haben zu kämpfen

Die Einschränkungen im Bargeldverkehr haben Auswirkungen auf die gesamte griechische Wirtschaft – bis hin zu Bestattungsunternehmen. So kostet eine Beerdigung in Griechenland das 15-Fache der täglich abhebbaren 60 Euro. Üblicherweise wird sie bar bezahlt. Ein Bestattungsunternehmer in Athen, Eustratios Voulamandis, sagte, um überhaupt mit einer Bestattung anzufangen, brauche er 800 bis 1000 Euro.

SDA/slw

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