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Barfuss und betrunken – alles im Dienste der Verfassung

Die Neonazi-Mordserie hat Deutschland schockiert. Doch was jetzt über die Arbeit des Inlandgeheimdienstes herauskommt, erschüttert das Land erst recht.

Auf dem Weg zum Untersuchungsausschuss: Der frühere thüringische Verfassungsschutz-Chef Helmut Roewer. (9. Juli 2012)
Auf dem Weg zum Untersuchungsausschuss: Der frühere thüringische Verfassungsschutz-Chef Helmut Roewer. (9. Juli 2012)
Keystone

Müsste sich ein Drehbuchautor einen skurrilen Chefspion ausdenken, einen, der die Leute zum Lachen bringt, der verrucht wirkt und gleichzeitig harmlos; es käme vielleicht eine Figur wie Helmut Roewer heraus. Grimmiges Gesicht, Ziegenbärtchen, getönte Brille – und Schuhe in leuchtendem Himbeerrot. Das Problem: Roewer ist nicht eine Filmfigur, er war von 1994 bis 2000 Chef des Verfassungsschutzes in Thüringen, jenem Bundesland, in dem damals die beispiellose Mordserie der Zwickauer Zelle ihren Anfang nahm. Zehn Menschen ermordeten die drei Hauptverdächtigen, darunter acht türkische und einen griechischen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Sich selbst nannten sie «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU).

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