Zum Hauptinhalt springen

Berlusconi zweifelt am Tod von Ghadhafi-Sohn

Der italienische Ministerpräsident glaubt nicht, dass Ghadhafis Sohn und drei Enkel bei einem Nato-Angriff getötet wurden. Tripolis wurde derweil erneut heftig bombardiert. Dabei soll eine Schule getroffen worden sein.

Da waren sie noch ein Herz und eine Seele: Silvio Berlusconi und Muammar al-Ghadhafi bei einem Staatsbesuch im 2010.
Da waren sie noch ein Herz und eine Seele: Silvio Berlusconi und Muammar al-Ghadhafi bei einem Staatsbesuch im 2010.
AFP

Nach libyschen Regierungsangaben kamen Saif al Arab Ghadhafi und die Enkelkinder Ende April bei einem Nato-Luftangriff auf den Wohnkomplex Ghadhafis ums Leben. Basierend auf Geheimdienstinformationen habe sich der Ghadhafi-Sohn zum Zeitpunkt des Angriffs nicht in Libyen befunden und halte sich vielmehr in einem anderen Land auf, sagte Berlusconi in einer im italienischen Fernsehen ausgestrahlten Talkshow.

Die Koalitionsstreitkräfte seien von den libyschen Angaben nicht überzeugt, sagte Berlusconi dem staatlichen Sender RAI laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa. Es scheine so, als handele es sich bei den Berichten vom Tod des Gaddafi-Sohnes um Propaganda. «Sogar der Fall der drei Enkelkinder scheint haltlos», sagte der Ministerpräsident.

Die Nato hat die Vorwürfe der libyschen Regierung, wonach bei einem Luftangriff des Militärbündnisses am 30. April der Sohn und die Enkelkinder Ghadhafis getötet wurden, bislang weder bestätigt noch bestritten.

Mehrere Explosionen in Tripolis

In der libyschen Hauptstadt Tripolis hat es in der Nacht auf heute nach Regierungsangaben erneut mehrere Explosionen gegeben, berichtete der US- Nachrichtensender CNN. Ein Reuters-Mitarbeiter in Tripolis berichtete von drei kleineren Explosionen innerhalb von eineinhalb Stunden. Ein libyscher Regierungssprecher sagte, Nato-Flugzeuge hätten eine Schule getroffen. Ein Nato-Sprecher sagte nach CNN-Angaben, er könne dies nicht bestätigen.

Die USA haben erstmals öffentlich erklärt, dass sie die am Nato-Einsatz gegen Libyen beteiligten Länder mit Munition versorgen. Pentagon-Sprecher David Lapan teilte mit, dass die US-Armee den Verbündeten «Material, darunter Munition» für den Einsatz gegen die Truppen des libyschen Machthabers Muammer al-Ghadhafi zur Verfügung gestellt habe.

Den Alliierten gehen die Ersatzteile aus

Einigen der am Nato-Einsatz beteiligten Länder gingen zuletzt Munitionsvorräte und Ersatzteile aus. Laut Lapan stellten die USA seit der Kommandoübernahme durch die Nato am 1. April Material und technische Hilfe im Wert von 24,3 Millionen Dollar zur Verfügung.

Eine Allianz unter Führung der Nato greift seit Wochen Ziele in Libyen an, um nach eigenem Bekunden die Zivilbevölkerung des Landes zu schützen.

dapd/ sda/pbe

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch