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BND-Agenten im Kosovo freigelassen

Die drei Mitarbeiter des deutschen Geheimdienstes BND, denen ein Bombenanschlag auf das EU-Hauptquartier im Kosovo zur Last gelegt wurde, sind wieder frei. Es gab keine Beweise für die Tat.

Deutsche Geheimagenten aus U-Haft entlassen.

Die im Kosovo festgenommenen BND-Agenten können nach Hause reisen. Sie wurden am Abend nach tagelangem juristischen Tauziehen aus der Untersuchungshaft entlassen. Der Beschluss wurde von drei internationalen Richtern gefasst. Angehörige der Deutschen Botschaft in Pristina brachten die Männer direkt zum Flughafen, von wo sie mit einer Sondermaschine nach Deutschland gebracht werden sollten. Zuvor hatten Laboruntersuchungen keine Beweise für eine Beteiligung der drei Männer im Alter zwischen 41 und 47 Jahren ergeben. Nach inoffiziellen Informationen soll es bis zuletzt noch Indizien für eine Verwicklung der Deutschen in den Bombenanschlag vor zwei Wochen gegeben haben.

Dagegen hatte der stellvertretende Sprecher der deutschen Regierung, Thomas Steg, am Freitag noch einmal klar gestellt, dass die BND-Agenten auf keinen Fall an dem Anschlag beteiligt gewesen seien. Insofern sei es «rechtsstaatswidrig», dass die Männer weiter festgehalten werden. Am Donnerstag hatte das Kosovo-Kreisgericht nicht wie angekündigt eine Entscheidung gefällt, sondern den Fall an die internationalen Richter verwiesen.

Beziehungen zu Deutschland auf dem Spiel

Die Kosovo-Richter hatten wiederholt versichert, sie stünden unter keinerlei Druck. Jedoch hatte die politische Führung offen erklärt, sie sei nicht an der Belastung der ausgezeichneten Beziehungen mit Deutschland als einem der wichtigsten Partner interessiert. Deutschland ist seit dem Bürgerkrieg (1998/99) der mit Abstand grösste Geldgeber und nach den USA der wichtigste politische Fürsprecher Kosovos.

Dieser jüngste europäische Staat hatte sich vor neun Monaten von Serbien abgespalten und war selbstständig geworden. 52 Staaten, darunter die grosse Mehrheit der EU-Mitglieder, die USA und Japan, haben der Kosovo bisher anerkannt. Serbien hat die Abspaltung verurteilt und versucht mit Hilfe Russland auf diplomatischem Parkett alles, um die fast nur noch von Albanern bewohnte Region wieder seinem Staatsverband einzugliedern.

SDA/vin

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