Briten raus, Stimmung rauf

Und plötzlich Pro-EU: Der Brexit lässt die Zustimmung zur Union europaweit deutlich ansteigen.

Ein Abschiedskuss für bessere Zeiten? Europäisch-britische Performance in Berlin. (Juni 2016)

Ein Abschiedskuss für bessere Zeiten? Europäisch-britische Performance in Berlin. (Juni 2016) Bild: Hannibal Hanschke/Reuters

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Der Brexit hat die EU in den Augen der europäischen Bürger wieder populärer gemacht. Nach der Volksabstimmung über den Austritt Grossbritanniens aus der Union sei die Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft europaweit von 57 auf 62 Prozent geklettert, teilte die Bertelsmann-Stiftung am Montag in Gütersloh unter Berufung auf ihr regelmässiges Stimmungsbarometer «eupionions» mit, das das europapolitische Meinungsbild in der EU erfasst.

In Grossbritannien selbst bewirkte der Brexit-Entscheid einer «eupinions»-Teilauswertung vom August zufolge einen Anstieg der EU-Zustimmungsquote auf 56 Prozent. Bei einer Erhebung im März dieses Jahres, also vor dem Referendum, hatte diese bei nur 49 Prozent gelegen.

Hohe Zustimmung in Polen

Auch in den anderen Mitgliedstaaten zeigte sich derselbe Trend: In Deutschland erhöhte sich der Wert zwischen März und August um acht Prozentpunkte auf 69 Prozent, in Polen sogar um neun auf 77 Prozent. Nur die Stimmung in Spanien entwickelte sich gegenläufig. Dort fiel die Zustimmung zur Mitgliedschaft in der EU währenddessen von 71 auf 69 Prozent.

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«Der drohende Brexit scheint die beste Werbung für die EU zu sein», erklärte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung. «Leider erkennen viele Briten erst jetzt die Vorteile eines vereinten Europas.» Nach der Volksabstimmung ist das weitere Vorgehen noch unklar. Die britische Regierung leitete den Austritt bislang nicht ein.

Am niedrigsten ist die Quote der EU-Befürworter weiterhin in Frankreich und Italien. In Frankreich sind laut den August-Zahlen nur 53 Prozent für eine Mitgliedschaft, in Italien 51 Prozent. (afp)

Erstellt: 21.11.2016, 10:55 Uhr

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