Zum Hauptinhalt springen

Britischer Holocaust-Leugner in Polen verklagt

Angesichts der umstrittenen Polen-Reise des britischen Holocaust-Leugners David Irving hat eine Nichtregierungsorganisation am Montag Anklage gegen ihn erhoben.

Ausgewiesen: Irving im Dezember 2006 in einem Gerichtssaal in Wien. Nach dem Sieg in einem Berufungsverfahren gegen seine Inhaftierung verliess der Holocaust-Leugner Österreich.
Ausgewiesen: Irving im Dezember 2006 in einem Gerichtssaal in Wien. Nach dem Sieg in einem Berufungsverfahren gegen seine Inhaftierung verliess der Holocaust-Leugner Österreich.
Keystone

In der Klage bei der polnischen Behörde IPN, die für die Ahndung nationalsozialistischer und kommunistischer Verbrechen an Polen zuständig ist, wirft der Verband Otwarta Rzeczpospolita, was «Offene Republik» bedeutet, David Irving vor, in seinem Buch «Hitlers Krieg» von 1977 den Völkermord an den Juden geleugnet zu haben.

«Warten wir nicht, bis Irving neue Verbrechen auf polnischem Gebiet begeht. Die Beweise zeigen eindeutig, dass er den Holocaust bereits geleugnet hat», heisst es dazu in der Klageschrift. In Polen wird die Verbreitung antisemitischer Äusserungen und das Leugnen des Völkermords an den Juden mit bis zu drei Jahren Haft bestraft. Irving hatte bereits in Österreich wegen Leugnung des Holocausts hinter Gittern gesessen.

Bericht über Ankunft in Krakau

Nach Informationen der polnischen Nachrichtenagentur PAP vom Montag hält sich der umstrittene britische Historiker bereits im südpolnischen Krakau auf, in dessen Nähe auch das NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau liegt. Irving hält den genauen Ablauf seiner Reise allerdings geheim.

Den gut einwöchigen Besuch hat Irving offenbar als eine Art «Bildungsreise» organisiert, an der nach Angaben von Kritikern vorwiegend Holocaust-Leugner und Neonazis aus Grossbritannien, anderen westeuropäischen Staaten und den USA teilnehmen. Geplant sind unter anderem Besuche im früheren Vernichtungslager Treblinka und im ehemaligen Führerbunker Wolfsschanze.

SDA/raa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch