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Bürgermeister von Charkiw angeschossen

Unbekannte haben ein Attentat auf den Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Charkiw verübt. Gennadi Kernes wurde durch drei Schüsse in den Rücken getroffen.

Musste notoperiert werden: Charkiws Bürgermeister, Gennadi Kernes.
Musste notoperiert werden: Charkiws Bürgermeister, Gennadi Kernes.
Reuters

Der Bürgermeister der ostukrainischen Stadt Charkiw, Gennadi Kernes, ist heute angeschossen und schwer verletzt worden. Wie das Rathaus auf seiner Internetsite mitteilte, verübten Unbekannte ein «Attentat» auf den Bürgermeister der Stadt.

Er sei durch Schüsse in den Rücken getroffen worden, hiess es in der Mitteilung weiter. Kernes sei in ein Spital gebracht worden, wo Ärzte in einer Notoperation um sein Leben kämpften.

Charkiw ist die zweitgrösste Stadt der Ukraine und liegt im Osten des Landes, wo prorussische Bewaffnete das Regierungsgebäude eingenommen haben. Sie fordern mehr Autonomie oder einen Anschluss an Russland. Bürgermeister Kernes galt als entschiedener Gegner der prowestlichen Maidan-Bewegung, die im Februar den Präsidenten Wiktor Janukowitsch stürzte. Allerdings näherte er sich inzwischen der neuen Regierung in Kiew an und erklärte, dass er die prorussischen Aufständischen nicht unterstütze.

Die Lage im Osten des Landes hatte sich in den vergangenen Tagen immer weiter verschärft. Mittlerweile sind rund ein Dutzend ostukrainische Städte unter der Kontrolle prorussischer Milizen. In Slowjansk halten sie seit Freitag Militärbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) fest.

Landesweites Referendum

In Konstantinowka, knapp 60 Kilometer nördlich der Gebietshauptstadt Donezk entfernt, stürmten Separatisten am Montag eine Polizeistation. Zudem beschossen Unbekannte die Regierungseinheiten auf dem Militärflugplatz Kramatorsk rund 40 Kilometer nördlich. Zwei Sicherheitskräfte wurden verletzt.

Der Gouverneur von Donezk, Sergei Taruta, und der Donezker Bürgermeister Alexander Lukjantschenko sprachen sich unterdessen für ein landesweites Referendum aus. Parallel zu den Präsidentenwahlen am 25. Mai sollten die Bürger der Ex-Sowjetrepublik über zusätzliche Vollmachten für die Gebietsregierungen entscheiden.

Prorussische Protestführer fordern seit Wochen in Donezk und Lugansk eine Volksabstimmung, eine weitreichende Föderalisierung oder sogar eine Loslösung von der Ukraine – wie zuletzt bei der Halbinsel Krim.

sda/AP/wid

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