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«Buy German ist auch schön»

Mit kleinen Sticheleien begegnen sich Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama an der Tech-Messe in Hannover.

Sie beklagte sich, dass deutsche Unternehmen in den USA einen schweren Stand hätten: Angela Merkel und Barack Obama an der Tech-Messe in Hannover. (25. April, 2016)
Sie beklagte sich, dass deutsche Unternehmen in den USA einen schweren Stand hätten: Angela Merkel und Barack Obama an der Tech-Messe in Hannover. (25. April, 2016)
Keystone

US-Präsident Barack Obama hat auf der Hannover Messe die Leistungsfähigkeit der amerikanischen Wirtschaft betont – und sich als Verkaufstalent gezeigt. «Buy made in America», sagte Obama schmunzelnd am Montag zu Beginn seines Rundgangs auf der Industrieschau.

Das war auch eine kleine Retourkutsche in Richtung Angela Merkel: Die deutsche Kanzlerin hatte sich am Sonntag zur Eröffnung der Messe für bessere Handelsmöglichkeiten deutscher Unternehmen in den USA ausgesprochen: «Buy German ist auch schön.» Damit spielte sie auf bestehende US-Handelshürden für Importe an: Bei vielen Ausschreibungen sind US-Produkte zu bevorzugen.

Obama fordert stärkeres Europa gegen Terror

Merkel sagte an die Adresse der US-Unternehmen: «Wir begrüssen Sie als Freunde, die stark sind.» In diesem Jahr werde man «die Weltspitze in geballter Form» erleben. Deutsche und amerikanische Firmen könnten voneinander lernen. Es sei an ihnen, «gemeinsam Innovation und Neuland zu gestalten».

Der US-Präsident will auch mal: Barack Obama schaut an der Tech-Messe in Hannover in die Virtual-Reality-Brille.
Der US-Präsident will auch mal: Barack Obama schaut an der Tech-Messe in Hannover in die Virtual-Reality-Brille.

Neben Wirtschaft und Technologie gibt auch die Politik zu reden. Obama forderte von Europa mehr Engagement in der Nato und in den Krisengebieten der Welt. Europa müsse «einen Teil der Last tragen, um unsere gemeinsame Sicherheit zu gewährleisten», sagte Obama am Montag in Hannover.

250 zusätzliche US-Soldaten nach Syrien

«Auch wenn Europa schon viel tut, können Europa und auch die Nato mehr tun.» Die USA hätten eine sehr starke Armee, führte Obama aus. Aber sein Land könne die Herausforderungen nicht allein bewältigen. Dafür brauche es unter anderem eine starke Nato, zu der «jeder Mitgliedsstaat seinen vollen Beitrag von zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes leisten sollte». Dies sei nicht immer geschehen, kritisierte der US-Präsident. «Ich muss ehrlich sagen, dass Europa manchmal etwas selbstgefällig war im Hinblick auf die eigene Verteidigung.»

Konkret forderte Obama mehr Unterstützung im Kampf gegen die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak. Die Extremistenorganisation sei derzeit «die grösste Herausforderung für unsere Nationen». Er selbst habe die Entsendung von 250 zusätzlichen Soldaten nach Syrien angeordnet, teilte Obama mit. Diese sollten eine entscheidende Rolle beim Kampf gegen den IS spielen. «Sie werden aber nicht den Kampf am Boden anführen.»

«Wir werden sie vernichten»

Damit bleibt Obama seinem Grundsatz treu, keine US-Bodentruppen in den syrischen Bürgerkrieg eingreifen zu lassen. Nach Angaben aus dem Umfeld des Präsidenten sollen die 250 zusätzlichen Soldaten syrische Rebellen und andere Gruppen beraten und unterstützen, die gegen den IS kämpfen.

«Wir werden sie vernichten», versprach Obama mit Blick auf die Jihadistenmiliz. Dafür brauchten die USA aber mehr Unterstützung, zum Beispiel seien mehr Ausbilder für die Regierungstruppen im Irak notwendig. «Wir müssen alles tun, um die Terroristen daran zu hindern, unsere Städte anzugreifen», sagte Obama mit Blick auf Anschläge von Islamisten in Europa und den USA.

sda/afp

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