«Charlie Hebdo» bringt Sonderausgabe zum Jahrestag des Anschlags

Kurz vor dem Jahrestag des Attentats auf «Charlie Hebdo» will das Satire-Magazin eine Spezialausgabe veröffentlichen. Eine Million Exemplare sollen in die Läden kommen.

Schlange stehen für Charlie Hebdo: Die Sonderausgabe unmittelbar nach den Anschlägen wurde weltweit 7,5 Millionen Mal verkauft. (14. Januar 2015)

Schlange stehen für Charlie Hebdo: Die Sonderausgabe unmittelbar nach den Anschlägen wurde weltweit 7,5 Millionen Mal verkauft. (14. Januar 2015) Bild: Christophe Ena/Keystone

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Ein Jahr nach dem islamistischen Anschlag auf «Charlie Hebdo» will die französische Satire-Zeitung eine Sonderausgabe mit einer Auflage von knapp einer Million Exemplaren herausbringen. Die Doppelausgabe, die 32 statt der üblichen 16 Seiten umfasse, solle am 6. Januar erscheinen, verlautete am Mittwoch aus der Redaktion in Paris. Sie kommt damit einen Tag vor dem Jahrestag des Attentats auf den Markt, bei dem zwölf Mitarbeiter von «Charlie Hebdo» getötet worden waren.

Die übliche in Zeitungsläden verkaufte Auflage der wöchentlich erscheinenden Satire-Zeitung liegt derzeit bei etwa 100'000 Stück, davon werden etwa 10'000 ins Ausland geliefert. Zusätzlich hat «Charlie Hebdo» 183'000 Abonnenten. Von den knapp eine Million Exemplaren der Sonderauflage hat auch eine Vertriebsgesellschaft in Deutschland nun 50'000 Stück bestellt. Die Ausgabe soll Zeichnungen der getöteten «Charlie Hebdo»-Zeichner Charb, Honoré, Cabu, Wolinski und Tignous enthalten, aber auch Karikaturen der gegenwärtigen Zeichner sowie Unterstützungsbotschaften bekannter Persönlichkeiten.

Eine Woche nach dem Anschlag vom 7. Januar 2015 hatte «Charlie Hebdo» als Zeichen der Standhaftigkeit eine «Ausgabe der Überlebenden» veröffentlicht, von der in Frankreich und im Rest der Welt insgesamt 7,5 Millionen Exemplare verkauft wurden. Die Zeitung, die auch wegen ihrer Mohammed-Karikaturen ins Visier der Islamisten geraten war, wählte damals eine Zeichnung für die Titelseite, die den islamischen Propheten mit einem Plakat mit der Solidaritätsbekundung «Je suis Charlie» (Ich bin Charlie) zeigt. Unter der Zeichnung des weinenden, weiss gekleideten Mohammed, stand die Zeile «Alles ist vergeben». (AFP)

Erstellt: 30.12.2015, 21:26 Uhr

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