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Chemnitzer Terrorgruppe plante rechtsradikalen Umsturz

Die Gruppierung «Revolution Chemnitz» beabsichtigte offenbar, mehr als «nur Angst und Schrecken zu verbreiten». Ermittler sagen: «Die wollten ein anderes Land.»

Die siebenköpfige Gruppe wollte grössere Verheerung anrichten als der Nationalsozialistische Untergrund (NSU). (Video: Reuters)

Die mutmassliche Terrorgruppe «Revolution Chemnitz», deren Mitglieder die deutsche Bundesanwaltschaft jetzt festnehmen liess, strebte nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden den rechtsradikalen Umsturz der Bundesrepublik Deutschland an.

Aus abgehörten Telefonaten und aus Chats soll nach Informationen dieser Zeitung hervorgehen, dass die siebenköpfige Gruppe mehr Verheerung anrichten wollte als der Nationalsozialistische Untergrund (NSU), die bislang gefährlichste rechte Terrorgruppe in Deutschland. Der NSU hatte zehn Menschen ermordet, 15 Raubüberfälle begangen und drei Bomben gelegt.

Untereinander sollen die sieben Mitglieder der «Revolution Chemnitz» darüber gesprochen haben, dass sie nicht nur Angst und Schrecken verbreiten wollten wie die NSU-Verbrecher Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, sondern die Gesellschaft ganz umwälzen wollten. Die NSU sei nur eine Stümpertruppe gewesen, blutige Anfänger.

Attacken auf Politiker und Journalisten

Die «Revolution Chemnitz» betrachte sich als Elite der rechten Szene. Untereinander sei von den «führenden Köpfen» in Sachsen die Rede gewesen. Ihnen gehe es, anders als dem NSU, um mehr als um die Vertreibung von Ausländern. Die mutmasslichen Terroristen hätten, so die Erkenntnisse der Ermittler, die Gesetze des Rechtsstaats ausser Kraft setzen wollen.

Geplant gewesen seien gewaltsame Angriffe auf «die Mediendiktatur und deren Sklaven». Die Fahnder gehen davon aus, dass militante Attacken auf Politiker, Journalisten und andere Menschen folgen sollten, die in der Öffentlichkeit für den freiheitlichen Rechtsstaat stehen.

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Rechte Gewalt in Deutschland

Ende August kommt es in Chemnitz zu einem Aufmarsch von Rechtsextremen. (27. August 2018)
Ende August kommt es in Chemnitz zu einem Aufmarsch von Rechtsextremen. (27. August 2018)
AP Photo/Jens Meyer, Keystone
Auslöser ist ein Vorfall vom 26. August: Am Rande des Chemnitzer Stadtfestes war ein 35 Jahre alter Deutscher niedergestochen und zwei weitere Männer durch Messerstiche zum Teil schwer verletzt worden. Als dringend tatverdächtig gilt neben dem Syrer ein weiterer 22-jähriger Iraker, der per Haftbefehl gesucht wird. (31. August 2018)
Auslöser ist ein Vorfall vom 26. August: Am Rande des Chemnitzer Stadtfestes war ein 35 Jahre alter Deutscher niedergestochen und zwei weitere Männer durch Messerstiche zum Teil schwer verletzt worden. Als dringend tatverdächtig gilt neben dem Syrer ein weiterer 22-jähriger Iraker, der per Haftbefehl gesucht wird. (31. August 2018)
EPA/FILIP SINGER, Keystone
16.09.2018, Sachsen-Anhalt, Köthen: Teilnehmer einer Demonstration von rechtsgerichteten Bündnissen anlässlich des Todes eines 22-Jährigen in der Nacht zum 09.09.2018 ziehen durch die Stadt. Foto: ---/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/---) (16. September 2018)
16.09.2018, Sachsen-Anhalt, Köthen: Teilnehmer einer Demonstration von rechtsgerichteten Bündnissen anlässlich des Todes eines 22-Jährigen in der Nacht zum 09.09.2018 ziehen durch die Stadt. Foto: ---/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/---) (16. September 2018)
Keystone
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Anschlag für 3. Oktober geplant

Namen, wer im Fokus der Terroristen stand, haben die Fahnder offenbar nicht. Doch sie nahmen die Gefahr durch die Gruppe sehr ernst. «Die wollten ein anderes Land», heisst es in Kreisen der Ermittler. Am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, habe man zur Tat schreiten wollen. Darauf deuteten Gespräche in der Gruppe hin.

Als die Fahnder mitbekamen, dass die Gruppe sich Schusswaffen besorgen wollte, griff sie zu. Gefunden jedoch wurden solche Schusswaffen nicht, dafür Schlagstöcke und sonstige Ausrüstung.

Mindestens ein Vorbestrafter

Die «Revolution Chemnitz» hat eine Vorgeschichte, die weit über die Aufmärsche von Neonazis, Hooligans und AfD in diesem August in Chemnitz hinaus reicht. Mindestens eines der Mitglieder hat bereits vor zehn Jahren vor Gericht gestanden: Tom W., einer der Köpfe der 2008 verbotenen rechtsradikalen Kameradschaft «Sturm 34».

Die Gruppe hatte die sächsische Stadt Mittweida und ihre Umgebung mit brutalen Überfällen zur «nationalbefreiten Zone» machen wollen. Tom W. und sein Bruder waren damals zu relativ milden Strafen verurteilt worden, an der Gesinnung von Tom W. hat das Urteil offenbar nichts geändert.

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