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CSU erleidet eine historische Schlappe

Die CSU hat bei der Landtagswahl am Sonntag in Bayern eine Niederlage erlitten: Nach den provisorischen Endergebnissen kam sie auf 43 Prozent der Stimmen.

(Video: Reuters)

Nach fast fünf Jahrzehnten Alleinherrschaft verlor die CSU damit nicht nur die absolute Mehrheit der Stimmen, sondern auch die der Sitze im Landtag. Erstmals seit 46 Jahren ist die CSU damit in München wieder auf einen Koalitionspartner angewiesen. Dafür hat sich bereits die FDP angeboten. Die Linken haben den Einzug in den Landtag verpasst. Anders als vor der Wahl erwartet, würde aber auch ihr Scheitern der CSU keine Mehrheit im Landtag mehr sichern. Nach dem beispiellosen Absturz der Regierungspartei um mehr als 17 Prozentpunkte galten Rücktritte von Parteichef Erwin Huber, Generalsekretärin Christine Haderthauer und möglicherweise auch Ministerpräsident Günther Beckstein als nicht mehr ausgeschlossen.

Haderthauer räumte die schwere Niederlage ein und sprach von einem «schwarzen Tag» für die CSU. Gleichwohl habe ihre Partei als stärkste Fraktionen einen Regierungsauftrag. Der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel sagte im ZDF auf die Frage nach der Zukunft Becksteins, diese Entscheidung werde die Fraktion treffen - und zwar zu einem Zeitpunkt, an dem man wisse, wie diese zusammengesetzt sei.

Die langjährige Regierungspartei sackte von 60,7 auf 43,1 Prozent ab. Die SPD konnte aber nicht von den CSU-Verlusten profitieren und rutschte von 19,6 auf nur noch 18,9 Prozent und damit ihr bisher schlechtestes Landtagswahlergebnis in Bayern. Nutzniesser der CSU-Einbussen waren die Freien Wähler, die FDP und die Grünen.

Freie Wähler drittstärkste Fraktion

Die Freien Wähler zogen mit 10,2 Prozent erstmals in einen deutschen Landtag ein und wurden dort gleich auch drittstärkste Fraktion. Die Grünen verbesserten sich von 7,7 auf 9,4 Prozent. Und die FDP kehrten mit einem Zuwachs von 2,6 auf 8,0 Prozent nach 14-jähriger Abwesenheit wieder in den Münchner Landtag zurück.

Die Liberalen hatten sich bereits im Wahlkampf für eine Koalition mit der CSU ausgesprochen. Sie gelten nun auch als ihr wahrscheinlichster Partner für die Regierungsneubildung in München. FDP-Spitzenkandidat Martin Zeil bekräftigte am Wahlabend die Gesprächsbereitschaft seiner Partei. Die FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger lehnte ein rechnerisch möglicherweise ebenfalls mögliches Viererbündnis aus SPD, Freien Wählern, Grünen und Liberalen erneut ab. Gleichwohl lud SPD-Spitzenkandidat Franz Maget die Grünen bereits zu einem Gespräch ein.

Die Wahlbeteiligung lag zumindest in den grösseren bayerischen Städten am Sonntag über der vom letzten Mal. 2003 hatten 57,1 Prozent von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

CSU steht zu Günther Beckstein

Auch nach dem historischen Wahldebakel steht die CSU nach Angaben ihres Vorsitzenden Erwin Huber weiterhin zum bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein. «In der CSU haben wir weiterhin das Vertrauen in die Gestaltungskraft von Günther Beckstein», sagte Huber am Sonntagabend in München. Er kündigte gleichwohl eine schonungslose Analyse des Wahlergebnisses an.

AP/mbr

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