Dann brannte Batavia wirklich

Im Europa-Park Rust mussten sich am Samstag Tausende Besucher in Sicherheit bringen.

25'000 Besucher in Sicherheit gebracht: Feuer im Europa-Park. Video: Tamedia/Leser-Reporter
Video: Keystone

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Dieter Sürig «Piraten in Batavia» ist eine der beschaulicheren Attraktionen im Europa-Park Rust. Die Besucher fahren mit einem Boot über dunkle Kanäle, die von Szenen aus der früheren Kolonie Niederländisch-Ostindien gesäumt werden. Irgendwann gerät der Abenteurer in ein Piraten-Scharmützel, und einer der Höhepunkte der Fahrt ist der Brand in der Hafenstadt Batavia, dem heutigen Jakarta in Indonesien. Die Flammen sind allerdings bloss flackernde rote Lichter. Am Samstag ist diese Fiktion unvermittelt Realität geworden: Mitarbeiter bemerkten am frühen Abend Rauch und schlugen Alarm, das Fahrgeschäft wurde sofort evakuiert. Wenig später war Batavia tatsächlich abgebrannt.

Beim grössten Feuer in der rund 40-jährigen Geschichte des Parks bei Freiburg i. Br. wurde nicht nur das 1987 eröffnete Batavia-Areal ein Raub der Flammen, sondern auch der Themenbereich Norwegen, in dem viel Holz verbaut ist. Nach Angaben der Feuerwehr brannte zunächst eine Lagerhalle, dann griff das Feuer auf die Attraktionen über. Bis zu 25'000 Besucher hielten sich nach Angaben der Polizei zu dem Zeitpunkt noch im Park auf, alle konnten sich in Sicherheit bringen. Sieben Feuerwehrleute wurden leicht verletzt.

Beatrice Egli war im Park

Abgesehen von einem Schaden in zweistelliger Millionenhöhe ist die Betreiberfamilie Mack glimpflich davongekommen. Der Park öffnete am Sonntagmorgen wieder, selbst die in der ARD ausgestrahlte Fernsehshow «Immer wieder sonntags» mit Stefan Mross ging wie geplant über die Bühne. Als das Feuer ausbrach, lief die Generalprobe für die Show. Die Schweizer Schlagersängerin Beatrice Egli schrieb auf ihrem Instagram-Profil «Feuer im Europa-Park!! Probe ‹Immer wieder sonntags›» und postete mehrere Videos, die eine gewaltige Rauchsäule zeigen.

Am Vorabend hatte es zunächst nicht danach ausgesehen, als ob der Europa-Park seinen Betrieb so schnell wieder würde fortsetzen können. Kurz nach 18 Uhr entwickelte sich über dem Themenbereich Niederlande, zu dem die Piratenfahrt gehört, eine schwarze Rauchsäule, die Schlimmstes befürchten liess. Luftaufnahmen und zahlreiche Videos in den sozialen Netzwerken zeigten lodernde Flammen, Anwohner wurden aufgefordert, ihre Fenster zu schliessen. Nach Angaben des baden-württembergischen Innenministeriums waren gut 550 Rettungskräfte im Einsatz. Kurz nach Mitternacht meldete die Polizei, dass das Feuer unter Kontrolle sei.

Kriminaltechniker hätten die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. «Ein trauriger Tag für den Europa-Park», twitterte Geschäftsführer Michael Mack und dankte allen, «die uns geholfen haben, unser Lebenswerk zu retten». Nach Angaben einer Park-Sprecherin kamen bis gestern Mittag trotz des Feuers rund 15'000 Menschen in den Park. Sie mussten nur auf drei Attraktionen verzichten. Beissender Geruch um die Brandstelle herum erinnerte ans Feuer.

Erstellt: 27.05.2018, 19:45 Uhr

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