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Das Chaos war geplant

Viktor Orban nutzte die Flüchtlingskrise für einen innenpolitischen Befreiungsschlag.

Ungarische Polizisten schliessen den Grenzzaun mit einem Eisenbahnwagen. Foto: Balazs Mohai (AP, Keystone)
Ungarische Polizisten schliessen den Grenzzaun mit einem Eisenbahnwagen. Foto: Balazs Mohai (AP, Keystone)

Zuletzt gab es grosse Inszenierung. Vor Dutzenden Fotografen und Kamerateams schob die Diesellok einen mit Stacheldraht umspannten Güterwaggon in die letzte Lücke des ungarischen Grenzzauns. Ein Tor oder die Verlängerung des Zauns wäre einfacher und billiger gewesen.

Vor zwei Monaten begann Ungarn mit dem Bau des Grenzzauns. Warum bis Montag darin eine etwa zwanzig Meter breite Lücke blieb, ist schwer zu verstehen. Mit dem Betrieb der Regionalbahn kann es nichts zu tun haben: Schon lange fahren keine Züge mehr über die Grenze bei Röszke. Stattdessen marschierten jeden Tag Tausende Flüchtlinge über die Gleise, von Serbien in die Europäische Union. Die Behauptung von Regierungschef Viktor Orban, Ungarn schütze die EU-Aussengrenze, war bis gestern Schimäre.

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