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Das Doppelleben eines Sonderlings

Der kürzlich ermordete britische Abhörspezialist wird von Freunden und Bekannten als genialer Mathematiker und zurückgezogener Einzelgänger beschrieben.

Der Spion lebte zurückgezogen in London: Die Wohnung des Ermordeten wird bewacht.
Der Spion lebte zurückgezogen in London: Die Wohnung des Ermordeten wird bewacht.
Reuters

Wie Dylan Parry, ein Freund des ermordeten britischen Spions Gareth Williams, gegenüber der Zeitung «Telegraph» erzählt, sei der Abhörspezialist Williams schon als Kind eher ein Einzelgänger gewesen. Schon früh sei dieser von Mathematik und Computern fasziniert gewesen.

Williams erhielt bereits mit 17 Jahren einen Universitätsabschluss in Mathematik, und zwar mit Höchstnoten. Danach setzte er seine Studien am St. Catherine's College in Cambridge fort, brach diese aber ab, als er bei einer Prüfung durchfiel. Gemäss «Telegraph» ist die Universität ein beliebter Rekrutierungsort für die britischen Geheimdienste.

Auch als Erwachsener hätte Williams im normalen sozialen Umgang mit seinen Mitmenschen eher Mühe gehabt. Doch allen Bekannten von Williams sei klar gewesen, dass er es dennoch weit bringen würde, und zwar als Akademiker. Dass er ein Spion geworden sei, hätte alle Freunde von Williams überrascht und schockiert. Parry sagte weiter, dass Williams unbeholfen wirkte. Er sei eine Person gewesen, den Leute leicht ausnutzen konnten, da er Menschen nur schlecht richtig einschätzen konnte.

Sportlich, freundlich, unauffällig

Wie Williams Bekannte weiter berichten, hätte dieser nie über seine Arbeit gesprochen. Von seiner Vermieterin wird er als «lovely guy» (toller Typ) beschrieben. Er sei oft nach Übersee – vor allem nach Amerika gereist – obwohl er nicht gerne geflogen sei.

Auch seine Nachbarn beschreiben ihn als äusserst freundlich. Er sei sehr viel mit seinem Rennrad unterwegs gewesen. Kollegen des Fahrradclubs, bei dem er Mitglied war, sagten, dass er oft erfolgreich an Rennen mitgefahren sei, aber sich sonst nicht am Vereinsleben beteiligt hätte. Er sei ein ruhiger Mann gewesen, nett und «extremely polite» (sehr höflich).

Wie der «Telegraph» weiter schreibt, ergebe sich ein immer detaillierteres Bild eines sportlichen, intelligenten und extrem zurückgezogenen Menschen. Zum Zeitpunkt seines Todes sei er, der eigentlich für die britische Abhörzentrale, dem Government Communications Headquarter (GCHQ) gearbeitet hatte, dem Auslandsgeheimdienst MI6 zugeteilt gewesen.

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