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«Das Geld der Deutschen ist in einem schwarzen Loch verschwunden»

Giannis Varoufakis kritisiert in einem Interview Griechenlands Verhandlungspartner heftig. Der Finanzminister sagt, was für eine Einigung nötig ist.

«Versuche, optimistisch zu bleiben»: Finanzminister Giannis Varoufakis während einer Session im griechischen Parlament. (5. Juni 2015)
«Versuche, optimistisch zu bleiben»: Finanzminister Giannis Varoufakis während einer Session im griechischen Parlament. (5. Juni 2015)
Keystone

In einem Interview mit dem Berliner «Tagesspiegel» schiebt Griechenlands Finanzminister Giannis Varoufakis die Schuld am Stillstand bei den Verhandlungen über neue Hilfszahlungen der Gegenseite zu.

«Wir haben in den strittigen Fragen Zugeständnisse gemacht», sagt er. Die EU hingegen sei bei ihrem Vorschlag kein bisschen über das hinausgegangen, was sie schon zu Anfang der Verhandlungen vorgeschlagen habe. «Das macht man nur, wenn man eigentlich gar keine Vereinbarung will.»

«Rote Linien überschritten»

Griechenland hingegen habe etwa einer Erhöhung der Mehrwertsteuer zugestimmt, die sehr problematisch für es sei – und habe damit sogar «gegen unsere Versprechen verstossen und rote Linien überschritten», sagt Varoufakis.

Er beklagt sich, dass in der Diskussion oft auf den Mann geschossen werde – auf ihn. Er spricht im Interview gar von einem Rufmordversuch. «Ich werde oft als antideutsch oder skeptisch gegenüber Deutschland dargestellt. Aber das ist falsch. Ich will Führung von Deutschland.»

Varoufakis' Bedingungen

Griechenlands Finanzminister stellt aber auch Bedingungen. Die Umschuldung und das Investitionsprogramm Griechenlands seien bisher im Angebot der Gläubiger nicht erwähnt. «Ohne das werden wir keine Vereinbarung unterschreiben», sagt Varoufakis dem «Tagesspiegel».

Die Deutschen hätten ohnehin schon zu viel Geld gegeben. Doch das sei weg. «Es ist in einem schwarzen Loch verschwunden, denn es ist niemals wirklich nach Griechenland geflossen, sondern es ist direkt an die Banken gegangen.» Trotz all dem will Varoufakis nicht aufgeben. «Ich werde versuchen, bis zum letzten Moment optimistisch zu bleiben, aber es ist klar, dass die andere Seite sich jetzt bewegen muss.»

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