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Das Vertrauen schwindet

Die Panama-Papiere bringen David Camerons Autorität nun vollends ins Wanken.

MeinungVon Peter Nonnenmacher, London

David Cameron ist es gewohnt, bei den Wählern gut anzukommen. Der frühere PR-Experte geniesst in ­seiner Heimat den Ruf eines kompetenten, in Finanz- und Wirtschaftsdingen kundigen und präsentablen Regierungschefs. Eher als Labours Ed Miliband folgten die Leute im Vorjahr Cameron bei den Unterhauswahlen. Auch dem jetzigen Oppositionsführer Jeremy Corbyn war Cameron in Sachen Popularität stets ­Längen voraus. Dass sich das über Nacht geändert hat, lässt aufhorchen. Plötzlich melden die Umfragen für den Tory-Premier einen scharfen Vertrauensverlust. Mit einem Mal ist Cameron sogar noch unter die miserable Beliebtheitsmarke Corbyns gesunken.

Der jüngste Haushalt war eine Katastrophe. Die aktuelle Krise der Stahlindustrie, die 40'000 Jobs bedroht, fällt zurück auf London. Und die Spaltung der Regierungspartei in der EU-Frage hat Camerons Position ebenfalls geschwächt. Was aber seine Autorität nun vollends ins Wanken bringt, ist die Panama-­Affä­re, in der David Cameron sich in einem Netz ­sichtbarer und unsichtbarer Steuerfäden immer mehr ­verfängt. Nicht dass jemand ihm vorwirft, illegal gehandelt zu haben. Doch das Zögern beim Enthüllen seiner Offshoreverbindungen, der krasse Widerspruch zwischen lautstarkem Reformanspruch und stummer Bereicherung und das ungute Image eines vom Glück begünstigten, verwöhnten Börsenmakler-Söhnchens schaden ihm enorm.

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