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«Den Mächtigen gelingt immer besser, sich als Opfer zu inszenieren»

Warum wählen Menschen Autokraten? Der US-amerikanische Historiker Timothy Snyder geht der Frage in seinem neuen Buch nach.

«Autokraten richten sich an Menschen, die sich machtlos fühlen»: Donald Trump trifft sich mit Wladimir Putin. Foto: Keystone
«Autokraten richten sich an Menschen, die sich machtlos fühlen»: Donald Trump trifft sich mit Wladimir Putin. Foto: Keystone

Wir im Westen kennen keine andere Staatsform als die Demokratie. Ihr Buch «Der Weg in die Unfreiheit» zeigt, wie gefährdet sie ist. Was macht die Demokratie so verwundbar?

Die Demokratie ist in der menschlichen Geschichte eine Ausnahmeerscheinung: Der prozentuale Anteil von Menschen, die demokratisch regiert wurden, war zu allen Zeiten winzig. Die Schwachstelle der Demokratie wurde schon von den Griechen der Antike erkannt: Oligarchen können ihre Propagandamacht dazu benutzen, die Menschen davon zu überzeugen, ihre eigenen Freiheiten abzuwählen. Und genau das beobachten wir gegenwärtig. Demokratie hängt von zwei Dingen ab: zum einen von einer juristischen Kontrolle, die verhindert, dass eine Mehrheit die Minderheit verfolgen kann, zum anderen von der Idee der Gleichheit, die das demokratische Projekt überhaupt erst glaubwürdig macht.

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