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«Der Eiserne Vorhang fällt erst jetzt»

Albaniens Regierungschef Sali Berisha verspricht, dass sein Land jeden Missbrauch der neuen Visafreiheit für die Schengen-Staaten bekämpfen wird. Eine Vereinigung mit Kosovo kommt für ihn nicht infrage.

Enver Robelli
Premier Berisha: «Wir nehmen die Kritik aus Brüssel ernst.»
Premier Berisha: «Wir nehmen die Kritik aus Brüssel ernst.»
Keystone

Vor zwei Jahrzehnten wurde der Sturz des kommunistischen Regimes eingeleitet. Ihr Land ist aber bis heute ein Sorgenkind der internationalen Gemeinschaft. Welche Bilanz ziehen Sie?

Vor 20 Jahren war Albanien das drittärmste Land der Welt; wir standen damals vor dem Kollaps, die Arbeitslosigkeit betrug 80 Prozent, das Pro-Kopf-Einkommen 200 Dollar. Den wenigen Touristen, die Albanien während der kommunistischen Herrschaft besuchten, wurde auf dem Flughafen von Tirana ein ideologiekonformer Haarschnitt verpasst. Hippie-Frisuren waren verpönt. Diese düstere Zeit haben wir weit hinter uns gelassen. Dieses Jahr machten 3,5 Millionen Touristen Ferien in Albanien. Wir verzeichnen einen Exportzuwachs von 60 Prozent. Fast die Hälfte der 3,2 Millionen Albaner verfügen über einen Internetanschluss – vor fünf Jahren, als meine Demokratische Partei die Macht übernahm, waren es gerade 5 Prozent. Vor zwei Jahrzehnten war Albanien ein Gulag am Mittelmeer, heute ist unser Land Nato-Mitglied.

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