Der erste Schritt auf einem langen Weg

Ursula von der Leyen hat mit ihrem «Green Deal» für Europas Klimaneutralität bis 2050 einen gangbaren Weg präsentiert.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will die Wirtschaft der EU für den Klimaschutz komplett umbauen. Foto: Olivier Hoslet (Keystone)

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will die Wirtschaft der EU für den Klimaschutz komplett umbauen. Foto: Olivier Hoslet (Keystone)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Vergleich mit der Mondlandung ist natürlich schief. Die Expeditionen der Amerikaner auf das Himmels­gestirn, im Wettlauf mit den Sowjets, waren alles andere als klimaneutral. Ursula von der Leyen wagte bei der Präsentation ihres «Green Deal» den Vergleich, um zu illustrieren, welcher Kraftakt Europa erwartet, wenn der Kontinent das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 tatsächlich erreichen will.

Auch Ursula von der Leyens Plan für ein nachhaltiges Europa ist ein Wettbewerb: Die Wirtschaftsmacht, die zuerst die Umstellung schafft, hat einen grossen Konkurrenzvorteil. Es geht darum, nicht mehr klimaschäd­liche Schadstoffe zu emittieren, als etwa mit technischen Lösungen oder über Aufforstungen kompensiert werden können. Das ist nur möglich, wenn wir radikal anders produzieren, konsumieren und uns fortbewegen.

Die Gefahr ist gross, dass die «grüne Revolution» zwischen Mitgliedsstaaten und EU-Parlament zerredet wird.

Die tief greifende Umstellung für Wirtschaft und Gesellschaft soll zudem möglichst ohne Verzicht und vor allem sozial gerecht geschehen. Wird Ursula von der Leyen die hohen Erwartungen erfüllen können, oder verspricht sie gar zu viel? Das Ziel unterstützen fast alle, ausser ein paar Klimaleugnern. Beim Weg hin zur Klimaneutralität gehen die Meinungen allerdings weit auseinander. Die Gefahr ist gross, dass die «grüne Revolution» zwischen Mitgliedsstaaten und EU-Parlament zerredet wird.

Einige wollen es über den Markt regeln, wie etwa mit dem Emissionshandel. Andere setzen auf Verbote. Es wird wohl eine Mischung brauchen. Polen mit seinen Kohlekraftwerken hat andere Voraussetzungen als Frankreich mit seiner Atomenergie oder Schweden mit der Wasserkraft.

Die Umstellung wird teuer werden. Aber nichts tun dürfte sich mit Blick auf Umweltkatastrophen, Instabilität in der Nachbarschaft und Klimaflüchtlinge als kostspieliger erweisen. Und vor allem entgingen den Europäern dann Wettbewerbsvorteile aus einer Umstellung auf eine nachhaltige Volkswirtschaft mit ihren neuen Technologien. Bald wird sich zeigen, ob das EU-Parlament und die Politiker in den Hauptstädten die Herausfor­derung annehmen.

Erstellt: 11.12.2019, 22:32 Uhr

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Ganz schön angeknipst: Ein Mitglied des Bingo Zirkus Theater steht anlässlich des 44. internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo auf der Bühne. (16. Januar 2020)
(Bild: Daniel Cole ) Mehr...