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«Der EU droht ein Rückschritt»

Mario Monti, der frühere italienische Premierminister, befürchtet, dass populistische und nationalistische Strömungen stärker werden, wenn die nationalen Regierungen sich nicht stärker verschulden dürfen.

Mit Mario Monti sprach Luciano Ferrari
«Italien braucht dringend Reformen», sagt Mario Monti. Ein Mann sammelt Reste eines Strassenmarkts in Rom ein. Foto: Max Rossi (Reuters)
«Italien braucht dringend Reformen», sagt Mario Monti. Ein Mann sammelt Reste eines Strassenmarkts in Rom ein. Foto: Max Rossi (Reuters)

Joschka Fischer fragt in seinem neuen Buch: «Scheitert Europa?», und Helmut Kohl hat einen Appell lanciert: «Aus Sorge um Europa». Wie gefährdet ist das europäische Integrationsprojekt?

Es besteht ein Risiko für das europäische Projekt, allerdings nicht auf europäischer Ebene, sondern vielmehr bei den einzelnen Mitgliedsstaaten. Die nationalen Politsysteme in Europa – aber nicht nur hier – neigen dazu, sich auf sich selbst zurückzuziehen. Nationalistische und populistische Strömungen werden stärker aufgrund der Schwierigkeiten der Staaten, sich der Globalisierung anzupassen. Man gibt allzu leicht der Versuchung nach, die Probleme der Wettbewerbsfähigkeit, der Arbeitslosigkeit oder der Zuwanderung mit protektionistischen Massnahmen anzugehen. Der EU droht damit ein Rückschritt in der Integration.

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