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«Der Islam passt nicht zu unseren Werten»

«Wir können uns nicht von den Wütenden abwenden»: Alexander Gauland. Foto: Hermann Bredehorst (Polaris, Laif)

Ist die beste Zeit der Alternative für Deutschland schon vorbei?

Die AfD hat innert eines Jahres die Hälfte ihres Zuspruchs verloren und kommt jetzt noch auf 7 bis 9 Prozent. Warum?

Dabei ist die Flüchtlingskrise nicht bewältigt: Hunderttausende Migranten sind bereits in ­Deutschland, jetzt noch kommen jeden Monat 15 000 dazu. Warum profitiert die AfD nicht mehr davon?

Sie haben die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel als «Geschenk» für Ihre Partei bezeichnet. ­Wünschen Sie sich die Krise zurück?

Die AfD gilt als «Abstauberpartei»: Sie ist auf Ereignisse angewiesen, um zu wachsen. Einverstanden?

Was kann die AfD tun, um dem Wählerschwund zu begegnen?

Ist der Protest gegen Einwanderung das wichtigste Thema Ihrer Partei?

Was schadet der Partei eigentlich mehr: Dass ihre Führung nicht aufhört, um die Macht zu streiten? Oder die völkischen Töne am ­rechtsradikalen Rand?

Sie schon.

Björn Höcke hat darin das Berliner Holocaust-Mahnmal als «Denkmal der Schande» bezeichnet und eine geschichtsphilosophische Wende um 180Grad gefordert.

Die Rede also zu tolerieren.

Inhaltlich hatten Sie an Höckes Rede wenig auszusetzen.

Geht es im Verfahren gegen Höcke mehr um Macht als um Ideologie?

Im Westen Deutschlands hört man von AfD-Politikern nur Ärger über Höckes deutschtümelnden Ton.

Die AfD kann sich eine Trennung von ihrem radikalen rechten Rand also nicht leisten?

Obwohl Sie selber ein eher klassischer Konservativer sind, nennen Sie Björn Höcke einen politischen Freund. Beunruhigt Sie dessen Deutschtümelei nicht?

Nützt der nationalrevolutionäre Gestus, den Höcke und dessen Vordenker im neu-rechten Hintergrund pflegen, der AfD?

Was hat Ihre Partei in den vier Jahren ihrer Existenz erreicht?

In den sozialen Medien wird ganz offen rassistisch gehetzt. Ist das nicht die logische Folge Ihrer ­Politik, «das Sagbare auszuweiten»?

Der Unterschied ist, dass Facebook oder Twitter Medien sind – und Öffentlichkeit herstellen.

Ihre Partei führt eine Art Kreuzzug gegen den Islam. Wie Donald Trump haben Sie ein Einreiseverbot für Muslime gefordert, Sie halten den Islam für verfassungsfeindlich. Gilt für Sie die Religionsfreiheit noch?

Kein islamischer Verband in Deutschland stellt die Scharia über das deutsche Grundgesetz.

Das ist eine Unterstellung.

Die AfD versucht überall, den Bau von Moscheen zu verhindern. Wie erklären Sie das dem gläubigen Deutschtürken, der hier aufgewachsen ist?

Sie würden es also begrüssen, wenn alle Deutschtürken, die für Erdogan gestimmt haben, Deutschland verlassen würden?

In Ihrer Partei wird über Muslime ähnlich pauschal und abschätzig geredet wie einst in Deutschland über die Juden. Haben Sie bei dieser Hetze kein schlechtes Gefühl?

Solche Aussagen vergiften das ­Zusammenleben mit den vier ­Millionen Muslimen in Deutschland.

Also muss sich trennen, was aus Ihrer Sicht nicht zusammengehört?

Seit dem letzten Parteitag sind Sie faktisch der starke Mann in der AfD. Wie stellen Sie sich die Zukunft der Partei vor?

Sie waren in Ihrer bisherigen politischen Karriere eigentlich immer vorn mit dabei – allerdings stets in der zweiten Reihe. Nun stehen Sie auf einmal selber an der Spitze. Was macht das mit Ihnen?

Ihr ehemaliger Chef Walter Wallmann, Oberbürgermeister von Frankfurt, später hessischer Ministerpräsident, meinte, Sie seien gar kein Politiker.

Sie geniessen es sehr wohl, dass Ihr Wort Gewicht hat und man Ihnen zujubelt.

Die Geschichte der AfD ist auch eine Geschichte ihrer Radikalisierung. Wie wollen Sie verhindern, dass die Partei weiter nach rechts rückt?

Wie wollen Sie verhindern, dass die AfD bald wieder aus der deutschen Parteienlandschaft verschwindet – wie die Republikaner oder andere Parteien vor ihr?

Werden Sie es noch erleben, dass die AfD in Deutschland mitregiert?