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«Türkei will drei Milliarden mehr, aber das ist nicht das Wichtigste»

EU und Türkei ringen um Lösungen in der Flüchtlingskrise. Was die neuen Forderungen Ankaras bedeuten, sagt Korrespondent Stephan Israel.

Vincenzo Capodici
Schwierige Gespräche in Brüssel: Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu.
Schwierige Gespräche in Brüssel: Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu.
AFP

In der Flüchtlingskrise ist die EU auf den Goodwill der Türkei angewiesen. Die EU hat Ende 2015 in einem gemeinsamen Aktionsplan bereits drei Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Wird der Preis für die türkische Kooperation noch steigen? In der Tat. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu ist mit neuen Forderungen angereist. Er will die Zusage für weitere drei Milliarden Euro ab 2018. Doch das Geld ist nicht der wichtigste Punkt. Davutoglu fordert, dass die EU die Visumspflicht für türkische Staatsangehörige bereits am kommenden 1. Juni aufhebt. Dies im Gegenzug dafür, dass die Türkei ein Rückübernahmeabkommen für illegale Einwanderer aus Drittstaaten ebenfalls bereits ab Juni anwendet. Brisant ist das Angebot, von einem Stichtag in wenigen Wochen an, alle irregulären Migranten und Flüchtlinge, die auf den griechischen Inseln ankommen, zurück zu nehmen. Für jeden Syrer, den die Türkei zurücknimmt, müsste die EU einen Syrer aus einem türkischen Flüchtlingslager direkt übernehmen.

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