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Der Unterschätzte

Nett, kantenlos, uncharismatisch: Kann so einer französischer Präsident werden? François Hollande glaubt an seine Bestimmung – seit jungen Jahren. Ein Porträt.

Bereits mit 27 ein Büro im Elysée: François Hollande auf dem Place de la Bourse in Paris. (26. Mai 1981)
Bereits mit 27 ein Büro im Elysée: François Hollande auf dem Place de la Bourse in Paris. (26. Mai 1981)
AFP
Als «Flanby», als ein Mann wie ein Caramelflan, verhöhnt: François Hollande als Parteivorsitzender der Parti Socialiste bei einer Pressekonferenz. (16. März 1998)
Als «Flanby», als ein Mann wie ein Caramelflan, verhöhnt: François Hollande als Parteivorsitzender der Parti Socialiste bei einer Pressekonferenz. (16. März 1998)
Keystone
Kein Kapitän eines Pedalo mehr sein: François Hollande während dem Wahlkampf zum französischen Präsidentenamt. (18. Juli 2011)
Kein Kapitän eines Pedalo mehr sein: François Hollande während dem Wahlkampf zum französischen Präsidentenamt. (18. Juli 2011)
Keystone
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Da kommt einer von weit her. Einer, mit dem niemand gerechnet hat. Nur er selber. Schon immer. François Hollande wurde belächelt und verhöhnt: als «Flanby», ein Mann wie ein Caramelflan, als «Scherzkeks», als «Kapitän eines Pedalo» und ewige Nummer 2.

Weich sei er, hiess es in seiner Partei, dem Parti Socialiste. Man fand auch, die körperlichen Rundungen des Bonvivants passten ideal zu seinem Wesen: konfliktunfähig, chronisch konziliant, irgendwie nicht Mann genug für den Macho-Betrieb der französischen Politik. Und Hollande bestärkte seine Kritiker in ihrem Urteil, er schlug nur selten zurück. Nun sagt er: «Alle, die mir wehtaten, taten mir auch gut. Sie haben mich härter gemacht. Unverletzlich.» Und jetzt hören plötzlich alle genau hin, wenn er redet. Sogar im Ausland, in Europa, wo vier konservative Regierungschefs gegen ihn paktieren sollen. Alle nehmen ihn ernst, viele zum ersten Mal. Vor allem die Spötter von früher.

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