«Deutsche Behörden wollen nicht über diese Verbrechen berichten»

Donald Trump wirft Deutschland Falschangaben zur Kriminalitätsrate vor. Angela Merkel kontert.

«Sei schlau, Amerika!» – Laut US-Präsident Donald Trump steigt die Kriminalität in Deutschland. (18. Juni 2018)

«Sei schlau, Amerika!» – Laut US-Präsident Donald Trump steigt die Kriminalität in Deutschland. (18. Juni 2018) Bild: Leah Millis/Reuters

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US-Präsident Donald Trump beharrt auf seiner Behauptung, dass die Kriminalität in Deutschland infolge der Zuwanderung stark zugenommen habe. Den deutschen Behörden warf Trump am Dienstag falsche Angaben zur Entwicklung der Kriminalität vor.

Die Kriminalität in Deutschland habe «um zehn Prozent plus» zugenommen, «seit Migranten aufgenommen werden», schrieb Trump auf Twitter. Die deutschen Behörden wollten aber nicht «über diese Verbrechen berichten». In anderen Ländern sei die Zunahme der Kriminalität noch schlimmer.

Kriminalitätsstatistik weist «positive Entwicklungen» auf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Angaben von US-Präsident Donald Trump zu einer angeblich wachsenden Kriminalität in Deutschland zurückgewiesen. Die kürzlich vorgelegte Polizeiliche Kriminalstatistik zeige «leicht positive Entwicklungen» auf, sagte Merkel am Dienstag. Die Kriminalstatistik «spricht für sich», betonte Merkel bei einem Treffen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron im brandenburgischen Meseberg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel weist Trumps Angaben zur Kriminalität in Deutschland zurück. Bild: Hannibal Hanschke/Reuters

«Wir müsse natürlich immer noch mehr zur Kriminalitätsbekämpfung machen. Aber das waren durchaus ermutigende Zahlen auf dem Weg weiterzuarbeiten und Kriminalität zu reduzieren.»

«Millionen haben Kultur in Europa verändert»

Laut den amtlichen Statistiken ist die Zahl der Verbrechen in Deutschland deutlich zurückgegangen. Die im Mai von Seehofer vorgelegte Polizeiliche Kriminalstatistik weist 5,76 Millionen Straftaten im vergangenen Jahr aus – dies ist der niedrigste Wert seit 1992. Besonders deutlich sank die Zahl der Wohnungseinbrüche und Taschendiebstähle, und zwar um jeweils rund 23 Prozent.

Trump hatte dennoch bereits am Montag Deutschland als warnendes Beispiel dafür beschrieben, dass durch die Zuwanderung die Kriminalität deutlich zunehme. Die Kriminalität sei in Deutschland «weit nach oben» gegangen, twitterte er. Die Europäer hätten den Fehler gemacht, Millionen Menschen aufzunehmen, die ihre Kultur deutlich veränderten. «Wir wollen nicht, dass das, was mit der Einwanderung in Europa passiert, uns passiert!» warnte Trump.

Er bescheinigte zugleich Angela Merkel, wegen ihrer Flüchtlingspolitik in einer tiefen Vertrauenskrise zu stecken. Die Menschen in Deutschland wenden sich gegen ihre Führung«, schrieb Trump. Den aktuellen Streit der Kanzlerin mit der CSU um den Umgang mit Flüchtlingen an der Grenze führte Trump auf diese Vertrauenskrise zurück: Das Thema Migration »erschüttert die ohnehin schon prekäre Koalition in Berlin".

Der US-Präsident sieht sich derzeit selbst in eine heftige innenpolitische Debatte um seine Einwanderungspolitik verstrickt. Dabei geht es vor allem um die von den US-Behörden seit Monaten verfolgte Praxis, illegal von Mexiko über die Grenze gelangte Migranten von ihren Kindern zu trennen. Die Kritik an dieser rigorosen Praxis ist in den vergangenen Tagen auch aus den Reihen von Trumps Republikanischer Partei massiv angeschwollen. (oli/sda/afp)

Erstellt: 19.06.2018, 16:43 Uhr

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