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Die EU rückt für Serbien in weite Ferne

Serbiens Chancen, bald EU-Beitrittskandidat zu werden, schwinden. In Brüssel sind Gespräche zwischen Serben und Albanern über die Kontrolle an den Grenzposten gescheitert. Die EU ist verärgert.

Auf politischer Ebene hat sich der Konflikt offenbar gelöst - Serbien und Kosovo haben gemäss der EU eine Einigung erzielt: Kosovaren greifen auf diesem Bild deutsche Nato-Soldaten an einem Grenzposten in Jagnejenica an. (28. November 2011)
Auf politischer Ebene hat sich der Konflikt offenbar gelöst - Serbien und Kosovo haben gemäss der EU eine Einigung erzielt: Kosovaren greifen auf diesem Bild deutsche Nato-Soldaten an einem Grenzposten in Jagnejenica an. (28. November 2011)
Keystone
Lange zeit war keine Einigung in Sicht: Kosovo-Serben liefern sich Kämpfe mit Nato-Soldaten am Grenzposten in der Nähe der Stadt Jagnejenica. (28. November 2011)
Lange zeit war keine Einigung in Sicht: Kosovo-Serben liefern sich Kämpfe mit Nato-Soldaten am Grenzposten in der Nähe der Stadt Jagnejenica. (28. November 2011)
Keystone
«Dahinter steht Belgrad»: Hashim Thaci macht die Regierung des Nachbarlands für die Anschläge verantwortlich.
«Dahinter steht Belgrad»: Hashim Thaci macht die Regierung des Nachbarlands für die Anschläge verantwortlich.
Keystone
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Zweitägige Verhandlungen zwischen Serbien und Kosovo unter Vermittlung der EU in Brüssel ergebnislos über die Bühne gegangen. Damit sind die Chancen Serbiens weiter geschwunden, in der nächsten Woche EU-Beitrittskandidat zu werden.

Der serbische Unterhändler Borislav Stefanovic berichtete am frühen Morgen in der belgischen Hauptstadt, es sei auch kein neues Treffen vereinbart worden. Bei den Verhandlungen ging es um die beiden seit Monaten umkämpften Grenzübergänge Jarinje und Brnjak zwischen dem Norden Kosovos und Serbien.

Grenzkontrolle durch Kosovo und Serbien

Die Serben wollten bei dem Ringen in Brüssel keinerlei Staatsgrenzen zwischen den beiden Ländern anerkennen, weil sie das vor knapp vier Jahren abgefallene Kosovo weiter als ihr Staatsgebiet bezeichnen. Die EU hatte die gemeinsame Kontrolle der beiden Grenzposten durch Albaner und Serben vorgeschlagen.

Daneben konnte keine Einigung erzielt werden, wie die von Albanern geführte Kosovo-Regierung in Zukunft an internationalen Treffen teilnehmen kann. Serbien hatte bisher alle Konferenzen boykottiert, an denen Kosovo-Vertreter aufgetaucht waren. Führende Politiker der EU-Länder hatten verlangt, Serbien müsse als Bedingung für den Kandidatenstatus im fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo nachgeben.

Merkel fordert Kurswechsel

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert die serbische Regierung zu einem Kurswechsel auf. Derzeit werde das Land den Anforderungen des EU-Beitrittsprozesses «nicht gerecht», sagte die CDU-Vorsitzende in einer Regierungserklärung zum bevorstehenden EU-Gipfel im Bundestag. Sie sehe bei Serbien keinen Kandidatenstatus. Die jüngsten Zusammenstösse im Nord-Kosovo bezeichnete Merkel als «nicht akzeptabel». Sie erinnerte daran, dass «gute Nachbarschaft» zu den Kriterien der EU-Erweiterungspolitik zähle.

An der Grenze zwischen Kosovo und Serbien kommt es seit Wochen zu Zusammenstössen zwischen der serbischen Minderheit und der internationalen Kosovo-Schutztruppe KFOR. Dabei waren am Montag zwei deutsche Soldaten angeschossen worden. Serbien hofft darauf, beim EU-Gipfel am 9. Dezember den Status eines EU-Beitrittskandidaten zu erhalten.

SDA/wid

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