Festung gegen das feindliche Europa

In Dover grenzt sich England gegen den Kontinent ab. Ein Besuch in der alten Frontstadt verrät viel über die Stimmung vor dem Referendum.

Über den legendären Klippen segeln Möwen – wie in Vera Lynns Song «The White Cliffs of Dover». Foto: Image Source (Getty Images)

Über den legendären Klippen segeln Möwen – wie in Vera Lynns Song «The White Cliffs of Dover». Foto: Image Source (Getty Images)

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Zu ewiger Wachsamkeit verdammt ist Sir Bertram Ramsey. In seiner Uniform steht er starr über den Klippen von Dover und schaut aufs Meer hinaus. Hinter ihm liegt Dover Castle, zu seinen Füssen der ­Ärmelkanal und vor ihm, bei guter Sicht, weit draussen in der Ferne Frankreich. Eine Hand hat er in der Tasche seiner Admirals-Jacke vergraben. Im freien Arm hält er ein Fernrohr, auszugsbereit. Drei Kinder hüpfen in der ersten Frühlingssonne ausgelassen um seine Statue. Eine Zeitung, in der ihre Mutter blättert, prophezeit in fetten Lettern fürs grosse britische EU-Referendum dieses Sommers einen sensationellen Brexit-Erfolg.

Keine drei Monate sind es mehr bis zu dieser ­Abstimmung. Admiral Ramsey aber bleibt nichts anderes übrig, als weiter, immer weiter hinauszuschauen auf die silbergraue See. Denn man weiss nicht, was alles kommt, wenn man nicht schaut. Das wusste Ramsey besser als sonst jemand. Zu ­seiner Zeit, vor einem Dreivierteljahrhundert, kam die deutsche Wehrmacht und besetzte die Kanalküste gegenüber. Ramsey war damals Befehlshaber in Dover. Er war verantwortlich für die Operation «Dynamo». Unter seiner Leitung wurden die eingeschlossenen britischen Truppen aus Dünkirchen evakuiert. ­Danach hatte er den Auftrag, die Küste von Dover gegen den erwarteten Vorstoss zu verteidigen. Wie wir wissen, ist es zur Invasion nie gekommen. Nach England schafften es Hitlers Bomben, aber nicht die Gauleiter des Führers. Nur die Kanalinseln wurden von Deutschland besetzt.

Im Innern des Felsen

Zur Erinnerung an Dovers Weltkriegs-Admiral hat man Ramsey in Bronze gegossen und ihn hier oben aufstellen lassen. Inzwischen sitzt das Kindertrio vergnügt zu seinen Füssen. Alle drei, in ihren roten Anoraks, schlecken hingebungsvoll ihr Glace. Nur ein paar Meter weiter wird zugleich zur nächsten Tour durch dieses Stück britische Geschichte gerufen. Der Rundgang ist beliebt. Die Nachfahren erinnern sich gern an diese Zeit. Immerhin war es eine Zeit, in der ein Inselreich am Rande Europas den Hakenkreuz-Fahnen, der Bedrohung vom Kontinent, die Stirn bot. Unterm Sockel des Ramsey-Denkmals, im Innern der Kreidefelsen, kann man heute die Kommandostände, geheimen Telefonanlagen und unterirdischen Lazarette besichtigen, in denen damals Operationen wie «Dynamo» umgesetzt worden sind. Ein weitläufiges Tunnel- und Röhrennetz zieht sich durch den spröden Kalk des Felsens. Dunkle Gänge gibt es da, Kartenmaterial auf nackten Holztischen, verborgene Besprechungsräume. Gasmasken, rote Alarmleuchten, Pritschen fürs Wachpersonal, kleine Schreibpulte für Sekretärinnen. Guckfenster auf Meer, Mole und Hafenmauern hinab. Aus dem Souvenirladen auf der Klippenterrasse hört man von weit her schon die britische Sängerin Vera Lynn ihr Lied von den Kreidefelsen singen: «There’ll be bluebirds over the white cliffs of ­Dover . . .» Wenn man dort ins Freie tritt, segeln noch immer, wie in diesem Song, die «blauen ­Vögel» über die weissen Felsen.

Nur der Blick von den Klippen hinunter in den Hafen ist ein anderer, als er es zu Ramseys Zeiten gewesen wäre. Was der Admiral heute sähe, wären schwere Fährschiffe fremdländischen Ursprungs und ein endloser Zug von Reisebussen und Lastern, der sich durch die Zollanlagen und entlang der Küstenstrasse Richtung Westen, Richtung London windet. Auch Polizeistreifen könnte der Admiral ausmachen, die freilich nicht nach deutschen Spionen, sondern nach eingeschmuggelten Flüchtlingen und nach Drogen- und Menschenhändlern Ausschau halten. Dover hat es in diesem 21. Jahrhundert mit einer ganz anderen Herausforderung als derjenigen der Ramsey-Ära zu tun.

Verteidigungsminister Michael Fallon hat erklärt, englische Küstenstädte fänden sich regelrecht «unter Belagerung».

Drüben über dem Kanal sitzen keine Soldaten mit NS-Standarten, sondern magere Gestalten aus Nordafrika und dem Nahen Osten, für die England das Ziel einer langen, schwierigen Reise ist. 7000 sollen es zurzeit sein, in Calais, Dünkir­chen und anderen Küstenorten. Hinter ihnen aber sehen britische Minister in einem kollektiven Albtraum ganze Heerscharen von Flüchtlingen gen Britannien ziehen. Premierminister David Cameron hat schon von einem «Menschenschwarm» gesprochen, der «übers Mittelmeer ­gekommen» sei und sich seinem Land zielsicher ­nähere. Verteidigungsminister Michael Fallon hat erklärt, englische Küstenstädte fänden sich regelrecht «unter Belagerung». Ganze Ortschaften ­drohten «von einer riesigen Zahl an Migranten überschwemmt zu werden».

Die Kategorien vermischen sich

Gefolgert hat Regierungschef Cameron daraus, «dass wir unsere Grenzen besser sichern müssen». Für die britische Boulevardpresse ist die Lektion von Anfang an klar gewesen: «Schickt die Streitkräfte endlich an die Front!» Von militärischer ­Aktion, von der Abwehr der Fremden, von besserer Überwachung aller Zugänge und schärferen Einreisekontrollen ist seit letztem Jahr hier unentwegt die Rede. Die aus fernen Ländern zum Kanal marschiert sind, sollen – leider – draussen bleiben. Nur den «blauen Vögeln» über Dovers Küste ist freier Zuflug aus Frankreich erlaubt.

Dabei vermischen sich leicht die Kategorien. Nicht nur Zuwanderer über EU-Territorium, auch Arbeitsmigranten aus EU-Ländern würde man sich hier am liebsten vom Hals halten. Auf ein sattes Fünftel aller Stimmen ist bei den Unterhauswahlen des Vorjahres Nigel Farages Anti-EU-Partei Ukip – die Bewegung der Rechtspopulisten – in Dover gekommen. In den drei Wahlen davor hatte sie nie mehr als 3 Prozent erzielt. Die EU mit ihrer Frei­zügigkeit nämlich ist im Urteil vieler Ansässiger schuld an der ganzen Ausländermisere: Ob es sich um Polen und Rumänen handelt, «die uns unsere Jobs wegnehmen», oder um Syrer und Eritreer, die dank Angela Merkel auf England zusteuern – zweifellos auch mit Bomben im Gepäck.

Dover, mit seinen Kreidefelsen, ist mit einem Mal wieder zur Frontstadt Englands geworden. Es ist wohl dieses alte Bild der Wehrhaftigkeit, das eine neue Sorte Wehrhafter auf die Barrikaden ruft. Ende Januar sind Mitglieder der Nationalen Front und andere Rechtsextremisten aus ganz Südostengland in der Innenstadt Dovers aufgezogen, um dem «Menschenschwarm» Einhalt zu gebieten. Vermutlich hätte es Sir Bertram Ramsey gewundert, schwarz-rote Fahnen mit Nazi-Runen auf der falschen, auf der eigenen Seite des Kanals zu sehen. Blutige Köpfe hat es gegeben bei jener Kund­gebung. Den Fremdenhassern und Rassisten stellten sich antifaschistische Gruppen in den Weg. Die Polizei war überfordert. Das hat die Rechtsextremisten nicht daran gehindert, für diesen Samstag einen neuen Marsch durch Dover anzusetzen. Ein weiterer ist für den englischen Nationalfeiertag, den 23. April, geplant, an dem der heilige Georg im jährlichen Ritual seinen Drachen erschlägt.

Kein bürgerliches Kleinod mehr

«Schliesst die Grenzen!» ist das Motto, das sich diese Märsche gegeben haben. Realistisch, das wissen die meisten Doverianer, ist die Forderung nicht. Schon gar nicht im mit Abstand grössten Passagierfährhafen der Britischen Inseln. Aber der Reflex ist keineswegs unbekannt an diesen Küsten. Das Referendum, bei dem im Juni über Verbleib in oder Austritt aus der EU abgestimmt werden soll, hat zusätzliche Unruhe ausgelöst. Landesweit halten sich Befürworter und Gegner der Europäischen Union in Grossbritannien in etwa die Waage. In ­Dover aber wollen, einer Umfrage des Lokalblatts «Dover Express» zufolge, zwei Drittel aller Bürger «nichts wie raus» aus der EU. Der Fernsehsender Sky News hat in einer Studie ermittelt, dass Dover zu den EU-feindlichsten Orten im ganzen Königreich gehört. Nur ein paar wenige andere Küstenstädte wie Weymouth oder Great Yarmouth übertreffen Dover noch in Sachen Ablehnung der Union.

Bei einem Zug durch die Pubs bekommt man die Gründe zu hören, die zu dieser Auffassung geführt haben. «Zu wenig Arbeit» gebe es in Dover und ­dafür «zu viel ausländisches Gequassel, zu wenig Englisch». Warum könnten zum Beispiel die Syrer nicht in Syrien bleiben und dort für Freiheit kämpfen, statt durch Europa zu tingeln? Für die Freiheit Britanniens hätten die Briten seinerzeit, wie hier in Dover, doch auch gekämpft. Das hört man, wohin man kommt, immer wieder.

Auch die bittere Frage, wofür denn all die Weltkriegsopfer gebracht worden seien, wenn einem nun «die Ausländer auf der Nase herumtanzen». Bald werde man sich «fremd im eigenen Land» vorkommen, klagen viele. Die Gegenstimmen gibt es natürlich auch. Sie rufen nach Toleranz in EU-Fragen, nach Fairness für Migranten, nach Flüchtlingshilfe. Die prominenteste dieser Stimmen vor Ort ist die Trevor Willmotts, des Bischofs von Dover, der schon Camerons Wort vom «Menschenschwarm» als «wenig hilfreich» bezeichnet hat. «Wir sind eine zunehmend harsche Welt geworden», meint Willmott. «Und wenn wir zu harsch werden miteinander und unsere Menschlichkeit vergessen, dann führt das nur zu bitterer Konfrontation.» «Enorm stolz» ist Bischof Willmott auf jene Bürger Dovers, die Flüchtlinge und andere Fremde willkommen heissen: «Wir sind gegen alles, was nach Rassismus schmeckt.» Auch in Sachen europäischer Gemeinschaft sieht Willmott keinen Grund zu Feindseligkeiten. Was sicher kein Wunder ist. Er hat lange Jahre als Priester in Oslo und Neapel gearbeitet — in der grössten anglikanischen Diözese, die «Diözese von Europa» heisst.

Auch Bischof Willmott weiss freilich, dass der kontinuierliche Niedergang Dovers eine schwere Belastung darstellt für sein Bistum. Die Zeiten, in denen Dover ein bürgerliches Kleinod war, voll ­geschäftig dampfender Betriebe, kleiner Fabriken, Kontore, Parks, Kirchen und viktorianischer Bahnhöfe für die Reise übers Meer, sind lang vorbei. Seit Jahrzehnten geht es bergab hier. Traditionsunternehmen haben ihre Tore geschlossen. Firmen­gelände liegen verwaist. Kaufläden sind nach Deal oder Canterbury oder Ashford abgewandert. Der 1994 eröffnete Eurotunnel führt von Calais unter den Kreidefelsen hindurch direkt nach Folkestone – und lässt Dover rechts liegen. Der Fährverkehr ist sehr stark eingebrochen seither. In der Innenstadt, in High Street und Biggin Street, steht ein Geschäft neben dem anderen leer. Ein «übles Loch» sei ­Dover, jammern junge Leute, die nur allzu gern wegziehen würden. Heute, spotten die Doverianer selbst, bestehe Dover hauptsächlich aus Park­plätzen und ewigen Baustellen. Wer noch die Fähre benutzt statt Eurostar, Eurotunnel oder eine Flugverbindung, den hält nicht mehr viel hier.

Die Küste als Symbol der Resistenz

Dabei haben Reisende früher einmal gern einen Zwischenhalt unter den Felsen eingelegt, in einer hübschen Herberge am Fusse der Klippen, vor der Weiterfahrt von oder nach «Europa». Mittlerweile zeugen nur noch vergilbte Fotos und nostalgische Ansichtskarten von jener gemächlicheren Zeit. Wovon Dover mit seinen Kreidefelsen und seinem Hafen freilich auch und immer noch zeugt: Das ist die alte, die immerwährende Ambivalenz der Insel­nation gegenüber den kontinentalen Nachbarn. Schliesslich definierte sich England jahrhundertelang über seine Küsten, seine Insellage, seine Andersartigkeit. Den Inselmenschen waren die Küsten die äussere Membran ihres Gemeinwesens. Über die Küsten liess sich abgrenzen, liess sich nationale Identität schaffen. Vor allem lag im Inselcharakter der Keim für ein starkes Gefühl kollektiver Resistenz, für ein Verlangen nach Unabhängigkeit. Aber natürlich war dieses Abgrenzungsbedürfnis nur die eine Seite der Medaille.

Die andere war, von Anfang an, die Einsicht in die wirtschaftliche Notwendigkeit des Austauschs. Die Insel atmete mit ihrer Membran. Sie brauchte Kontakt nach aussen. Schon die Kelten, über den Klippen Dovers angesiedelt, betrieben lebhaften Handel über den Kanal hinweg. Später mischten sich vielerlei Völker mit der örtlichen Bevölkerung. Die Zeugnisse jener Jahrhunderte – ein römischer Leuchtturm hier, ein angelsächsisches Kirchlein dort – sind ebenfalls auf dem Gelände von Dover Castle zu finden.

Schutz vor bösem Besuch

Noch später wurde der Hafen am Fusse der Felsen zum Knotenpunkt der Kommunikation mit dem Kontinent, zu einer Landungsbrücke für Millionen. England war nie ein Eiland für sich selbst. Es war zu allen Zeiten, in Krieg und Frieden, auf vielfache Weise mit dem übrigen Europa, mit dem Rest der Welt verknüpft. Dennoch blieb im historischen Gedächtnis weniger der Austausch haften als die Abgrenzung. Der Fährhafen war die prosaische Realität der Insel. Die Kreidefelsen wurden ihr Mythos, ihr Inbegriff. Sie bildeten Englands schroffes Gesicht nach aussen. Im elisabethanischen Zeitalter nahmen sie buchstäblich symbolischen Charakter an. Jene Epoche sah die Felsen als «Bollwerk», Britannien als «die Festung» und den Ärmelkanal als einen «Burggraben».

Shakespeare – der sich 1605 in Dover aufgehalten haben soll und nach dem eine der dramatischsten Kreideformationen in der Gegend benannt ist – sprach in «Richard II» von England als einer «Festung, von der Natur selbst erbaut», von der «silbernen See» als einem «Wall» oder «Wassergraben». Zum Schutz heimischer Gefilde vor böswilligem Besuch. Von den napoleonischen Armeen bis zu tollwütigen Füchsen und Brüsseler Bürokraten sollte diese «Festung» alles auf Distanz halten. Die Nazis waren nur die schlimmste einer endlosen Kette von Gefahren. Nun suchen, in der Referendumsschlacht, beide Seiten die Nation mit einer Schreckensvision zu ängstigen, die Shakespeare kaum voraussehen konnte: Er hatte immerhin über Flüchtlinge vom Kontinent recht Freundliches gesagt.

Die EU-Gegner glauben, dass ein Verbleib in der EU ihrem Land noch mehr unerwünschte Fremde bescheren würde.

Dagegen malen Cameron-Gefolgsleute im Falle eines britischen EU-Austritts das Gespenst einer Masseninvasion illegaler Migranten und der Ausbreitung von Flüchtlingslagern im Raum Dover an die Propagandawände. Bei einem Bruch mit der EU, argumentieren sie, würde Frankreich die in ­Calais befindlichen Grenzkontrollen zur Einreise nach England aufkündigen und für Migranten den Weg hinüber nach Dover freigeben. Eine Karikatur der Londoner «Times» zeigt bereits den Premier­minister im Vera-Lynn-Outfit vor den Felsen das warnende Lied anstimmen: «There’ll be migrants all over the white cliffs of Dover . . .» – während die ersten Flüchtlingsboote in Sicht kommen, auf dem Ärmelkanal.

Der ewige Ausnahmezustand

Eine «Katastrophe» dieser Art, mit Slums entlang der englischen Küsten, beschwört auch der konservative Unterhaus-Abgeordnete für Dover, Charlie Elphicke, der sich zum Ärger vieler Parteifreunde hinter Cameron gestellt hat. Von entsprechender «Panikmache» wollen Brexit-Befürworter in Dover jedenfalls absolut nichts wissen. Eher glauben die EU-Gegner, dass ein Verbleib in der EU ihrem Land viel mehr unerwünschte Fremde bescheren würde. Weil Grossbritannien schlicht «keine Kontrolle über die eigenen Grenzen» hätte. Der Vorsitzende des Kreisrats von Dover zum Beispiel, Paul Watkins, ebenfalls ein Tory, widerspricht Charlie Elphicke entschieden. «Nicht den geringsten Unterschied» würde ein EU-Austritt machen, was die Flüchtlingsabwehr in Dover betreffe. «David Cameron hält uns wohl für Idioten», legt Simon Finlay, ein früherer Chefredaktor des «Dover Express», zornig nach.

Auch in Dover hat die EU-Frage, wie im ganzen Land, das konservative Lager zutiefst gespalten. Von den Tory-Aktivisten folgen die meisten dem Brexit-Lager. Cameron ist ihnen suspekt. Was die Konservativen eint, ist allein der Wunsch, sich – so oder so – der vielen Möchtegernzuwanderer zu ­erwehren. Die Boote der besagten «Times»-Karikatur sollen niemals englisches Land erreichen. ­Weder in Dover noch sonst wo am Kanal.

Droben auf den Klippen ist es unterdessen kühl geworden. Die Ausflügler auf Dover Castle sind fast alle heimgefahren. Die Zeitung liegt abseits, auf einer Bank. Die drei Kleinen, die dem Admiral Gesellschaft leisteten, werden ihren Freunden morgen in der Schule einiges zu erzählen haben. Und Sir Bertram Ramsey schaut geduldig weiter aufs Meer hinaus. Nicht weit von ihm aber, in der just renovierten Hafensignalstelle Ramseys, klingelt im Ausguckraum schrill und hartnäckig ein Telefon. Nimmt man es ab, meldet sich eine authentisch-heisere Stimme mit alarmierten Berichten über sich nähernde Schiffe im Kanal.

Freund oder Feind? Eine genehmigte Annäherung oder eine unerwünschte? Es ist, als habe der Ausnahmezustand nie aufgehört in Dover. Und doch ist niemand da, um Klarheit zu schaffen – um die passende Flagge, das rechte Signal für die da draussen aufzuziehen.

Erstellt: 01.04.2016, 19:24 Uhr

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