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Die Letten vertrauen ihrem jungen Krisenmanager

Lettlands 39-jähriger Ministerpräsident Valdis Dombrovski hat die Wahlen mit seinem nüchternen Pragmatismus gewonnen.

Nach Bekanntgabe der ersten Wahlresultate der lettischen Parlamentswahlen brach in Riga spontaner Jubel aus. «Wir haben gewonnen, sie haben verloren», sangen Jugendliche vor dem Freiheitsdenkmal im Zentrum der lettischen Hauptstadt. Mit «wir» meinten sie die ethnischen Letten und mit «sie» die grosse russischsprachige Minderheit. Tatsächlich gelang es der bisher aus einer Minderheitenposition regierenden Mitte-rechts-Koalition von Regierungschef Valdis Dombrovskis, eine klare Mehrheit von 63 der 100 Parlamentssitze zu gewinnen. Das bürgerliche Bündnis, das die baltische Republik erfolgreich durch die schwerste Wirtschaftskrise des Landes seit der Unabhängigkeit im Jahr 1991 gelotst hat, kann somit weiterregieren.

Der frühere Europaparlamentarier Dombrovski ist jedoch kein rückwärtsgewandter Politiker, der den, historisch betrachtet, verständlichen Nationalitätenkonflikt zu instrumentalisieren versucht. Ganz im Gegenteil: Am Sonntag bot der polnischstämmige Mathematiker dem knapp unterlegenen «Harmoniezentrum», das bislang vor allem für die Interessen der russischsprachigen Letten eintrat, eine enge Zusammenarbeit an: «Wir müssen kooperieren, um diese Krise durchzustehen», sagte der alte und neue Ministerpräsident, der vor seiner Wahl ins Europaparlament einige Jahre in Deutschland und den USA gearbeitet hatte.

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