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Die NSA und Italiens Weihnachtsgespräche

Dass auch Italien nicht vom US-Geheimdienst verschont wurde, mag wenig erstaunen – das angebliche Ausmass und der Zeitpunkt hingegen schon.

Wurde auch er abgehört? Italiens Ex-Regierungschef Mario Monti mit seiner Tochter Federica unterwegs in Mailand. (9. Dezember 2012)
Wurde auch er abgehört? Italiens Ex-Regierungschef Mario Monti mit seiner Tochter Federica unterwegs in Mailand. (9. Dezember 2012)
Keystone

Nach dem vermuteten US-Lauschangriff auf das Handy der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel beschäftigen die amerikanischen Abhöraktivitäten auch verstärkt die Regierung in Rom. Laut Medienberichten soll der US-Geheimdienst NSA rund 46 Millionen Telefongespräche in Italien erfasst haben. Die Abhörungen wurden laut der US-Webseite Cryptome in der kurzen Periode um den letzten Jahreswechsel sowie die Weihnachtszeit durchgeführt – konkret vom 10. Dezember 2012 bis am 8. Januar 2013.

Zuvor hatte der Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald dem italienischen Wochenmagazin «L'Espresso» berichtet, dass sich auch die britischen Geheimdienste Zugang zum Kabelsystem optischer Fasern verschafft habe, über das Telefonanrufe, Mails und der Internet-Informationsstrom in Italien verlaufen.

Die relevanten Informationen, die die Briten sammelten, seien dann mit der NSA getauscht worden, sagte der ehemalige «Guardian«-Journalist. Damit hätten vertrauliche Informationen über Politiker, Staatsangestellte und Unternehmen in Italien gesammelt werden können. Die Briten wählten laut Greenwald Telefonanrufe und Mails, aus denen unter anderem «politische Absichten ausländischer Regierungen entnommen werden konnten.

Sicherheitsmassnahmen um Botschaften verschärft

Die brisanten Informationen des Journalisten lösten in Rom Debatten über die Datensicherheit aus. Die oppositionelle «Fünf Sterne«-Bewegung verlangte, dass die Regierung Letta dem Parlament über die Abhöraffäre berichtet.

Premier Enrico Letta hatte vergangene Woche betont, er wisse nicht, ob er auch ausspioniert worden sei. Die Sicherheitsmassnahmen um die US-Botschaft sowie anderen diplomatischen Vertretungen in Rom wurden verschärft.

Spürhunde und Anti-Sabotage-Einheiten seien im Einsatz, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Montag. Kontrolliert werden vor allem Strassen- und Kanalschächte bei den Botschaften und bei Institutionen in der italienischen Hauptstadt.

Die italienischen Geheimdienste berichteten, es gebe keine Signale, dass Telefongespräche aus dem Ausland erfasst worden seien. Bei der in den Medien genannten Zahl von 46 Millionen ausspionierten Gesprächen sei Vorsicht geboten.

SDA/cpm

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