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Die Partei der Wutbürger

Die Alternative für Deutschland gibt sich liberal. Doch unter der Oberfläche brodeln Ressentiments gegen Europa, Ausländer und eine moderne Gesellschaft. Jetzt steht der erste Wahlerfolg bevor.

Auf der Suche nach der richtigen Positionierung: AFD-Bundesparteichef Bern Lucke am Europaparteitag in Erfurt. Foto: DPA
Auf der Suche nach der richtigen Positionierung: AFD-Bundesparteichef Bern Lucke am Europaparteitag in Erfurt. Foto: DPA

Es ist ein Sonntagmorgen, und in der Messehalle von Erfurt sitzen an die 1000 Delegierte der Alternative für Deutschland (AFD). Bevor der Parteitag losgeht, stellt ein Mitglied noch einen Antrag. Der Mann schlägt vor, dass «wir jetzt alle das Deutschlandlied singen», die Nationalhymne also. Eigentlich würde das passen, denn oben auf dem Podium steht in riesigen Buchstaben «Mut zu Deutschland». Aber das Tagungspräsidium gibt zu verstehen, dass es die Idee nicht so gut findet. Man will wohl keine Bilder liefern von einem inbrünstigen, frühmorgendlichen Patriotismus. So etwas gilt im deutschen Politikbetrieb rasch als Anzeichen bedenklich rechter Gesinnung. Und die AFD steht unter besonderer Beobachtung. Prompt wird der Antrag abgelehnt.

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