Die Spiele des Geheimdienstes
Russland erwartet die Athleten und Zuschauer der Olympischen Spiele mit Drohnen, Radaranlagen und viel Polizei. Ziel dieser Überwachung sind nicht nur mögliche Terroristen, sondern auch die eigene Bevölkerung.

Der Mann, der am vergangenen Mittwoch der Öffentlichkeit das Sicherheitskonzept für die Olympischen Winterspiele in Sotschi vorstellte, nannte weder sein Amt noch seinen Rang. Als «Alexei Lawrischew, einen Vorgesetzten im FSB» zitierten ihn später die russischen Journalisten. Fragen wurden nur von staatlichen Medien angenommen. Öffentlichkeit und Geheimdienste – das passt schlecht zusammen. Aber da der Föderale Sicherheitsdienst (FSB) in Russland inzwischen für fast alles im Staat zuständig ist – vom Grenzschutz über die Steuerfahndung bis zur Terrorbekämpfung –, musste ja jemand erklären, was das Gastgeberland für die Sicherheit seiner Besucher tut.
Und es tut viel: 40'000 Polizisten werden patrouillieren, dazu Drohnen in der Luft und sogar zwei Radaranlagen, um Unterseeboote aufzuspüren, die sich der Schwarzmeerküste nähern könnten. Grossereignisse dieser Klasse sind für Terroristen ein willkommenes Ziel und für Sicherheitsexperten eine Herausforderung. Dieses aber findet an den Ausläufern des Kaukasus statt, in einer Region, in der Dutzende Konflikte schwelen und sich gegenseitig überlagern. Der Flughafen Sotschi ist keine zehn Kilometer von der Grenze Abchasiens entfernt, das seit dem Fünftagekrieg im August 2008 von Russland als eigener Staat anerkannt ist, von Georgien aber als eigenes Territorium beansprucht wird.