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Die Velo-Gulasch-Mafia

Ein Drittel der 10 Millionen Ungarn lebt am Existenzminimum oder ist bereits verarmt. Der Staat kümmert sich nicht um sie. Nun kommen Velokuriere zuhilfe – freiwillig und sehr cool.

Mit Gulasch im Rucksack macht sich die «Budapest Bike Maffia» auf den Weg zu den Obdachlosen der Stadt. Fotos: Andras C. Hajdu
Mit Gulasch im Rucksack macht sich die «Budapest Bike Maffia» auf den Weg zu den Obdachlosen der Stadt. Fotos: Andras C. Hajdu

Der Duft von Zwiebeln und geschmortem Schweinefleisch zieht durch das Budapester Ruinenlokal. Seit Stunden brodelt Gulasch in einem riesigen Kessel. Eine Gruppe junger Männer und Frauen mischt Tarhonya dazu und füllt alles in kleinen Portionen in Plastikschalen ab. Andere kochen Tee und wickeln Zucker und Guetsli in Geschenkpapier. Gegen 16 Uhr mahnt Zoltan Havasi zum Aufbruch. Gulasch und Tee sollen warm sein, wenn sie auf der Strasse verteilt werden. Etwa fünfzig Hipster schnallen Rucksäcke und Taschen um, eilen zu­ ­ihren Velos. Sie tragen Lycra oder Kapuzenpullis und Sonnenbrillen trotz der einbrechenden Dunkelheit. Sie fahren selbst gebaute Rennvelos oder Fixies. Der Coolness-Faktor ist hoch. Das soll auch der Gruppenname vermitteln.

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