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Die Welt ein wenig besser machen

Mit dem Nobelpreis kann Ican eine weltweite Koalition gegen Atomwaffen schmieden.

Der Friedensnobelpreis sei ein «riesiger Motivationsschub» und sende eine starke Botschaft, «dass das Wettrüsten mit Nuklearwaffen beendet werden muss». Nein, das war nicht die erste Reaktion der Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (Ican), als deren Vorsitzende gestern von der Preisverleihung erfuhr. So sprach der Generaldirektor der IAEA, Mohammed al-Baradei, als er und seine Internationale Atomenergiebehörde im Jahr 2005 den Preis erhielten.

Seither sank die Anzahl der nuklearen Sprengköpfe weltweit von 25'700 auf knapp 15'000. Doch die Welt ist nicht sicherer geworden. Russland und die USA stocken ihr Atomarsenal wieder auf, und was in Nordkorea geschieht, kann nur geraten werden. Der Einsatz von Raketen mit atomaren Sprengköpfen ist heute wahrscheinlicher als vor zwölf Jahren. Niemand kann garantieren, dass es zwischen Washington und Pyongyang beim Krieg der Worte bleibt.

Der UNO sind die Hände gebunden. Im Juli beschlossen 122 Staaten (darunter die Schweiz) ein Verbot von Atomwaffen. Aber das ist nicht mehr als ein Zeichen des guten Willens, solange im Sicherheitsrat die Atommächte ein Vetorecht haben. Auch die IAEA ist als UNO-Teilorganisation nur so stark, wie es ihre Mitgliedsstaaten erlauben.

Die Waffen werden nicht verschwinden, aber sie könnten geächtet werden.

Deshalb würdigt das Nobelpreiskomitee nun die Kampagne einer Initiative, die ausserhalb der internationalen Organisationen steht, die unabhängig von globalen politischen und militärischen Interessen handeln kann. Mit dem Nobelpreis als moralischem und tatsächlichem Kapital kann Ican nach dem Vorbild der Kampagne für ein Verbot von Landminen tatsächlich eine weltweite Koalition gegen Atomwaffen schmieden. Die Waffen werden deshalb nicht verschwinden, aber sie könnten geächtet werden.

Der Nobelpreis ist zudem mehr als nur «Auftrieb» für Ican: NGOs seien wichtig, sie könnten unsere Welt besser machen, sagt das Nobelpreiskomitee zu seiner Entscheidung. Auch das ist in einer Zeit, in der Russland, die Türkei, Polen und Ungarn gegen die Zivilgesellschaft vorgehen, eine bedeutende Botschaft.

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