Dignitas macht in Berlin Werbung für Sterbehilfe

Mit Plakaten, einem Film und einem beschrifteten Lastwagen warb Dignitas in Berlin für die Freitodbegleitung.

Kampagne in Berlin habe laut Verkehrsbetrieben nicht in den öffentlichen Raum gehört: Ein Sterbezimmer von Dignitas. (Archivbild)

Kampagne in Berlin habe laut Verkehrsbetrieben nicht in den öffentlichen Raum gehört: Ein Sterbezimmer von Dignitas. (Archivbild) Bild: Gaetan Bally/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

An U-Bahnhöfen und in Untergrundbahnen hat die Sterbehilfeorganisation Dignitas in Berlin für die Freitodbegleitung geworben. Mit Plakaten und in einem Film sowie mit einem zirkulierenden Lastwagen war Dignitas während zehn Tagen in der Stadt präsent.

Die seit dem 4. Oktober beendete Kampagne sorgt bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) im Nachhinein für Empörung. Die Kampagne sei geschmacklos gemacht und hätte nicht in den öffentlichen Raum gehört, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz in der «NZZ am Sonntag». Dass Dignitas trotz der Kritik in Räumlichkeiten und Zügen der Verkehrsbetriebe präsent sein konnte, erklärt Reetz damit, dass die für die Vermarktung der Werbeflächen zuständigen Firmen die Kampagne eigenmächtig erlaubt hätten.

Deutsche Bahn lehnte Dignitas-Plakat ab

Im Gegensatz zu den BVG nahm die Deutsche Bahn (DB) das Dignitas-Plakat nicht an, das am Berliner Bahnhof hätte hängen sollen. «Wir lehnen Werbung zu politisch kontrovers diskutierten Themen grundsätzlich ab», begründet ein Bahnsprecher die Absage.

Silvan Luley von Dignitas hält diese Argumentation gemäss dem Bericht für fadenscheinig. Und auch die nachträgliche Kritik der BVG findet er scheinheilig. Keine Angaben will Dignitas der Zeitung zu den Kosten des Werbeauftritts in Berlin machen. (chk)

Erstellt: 11.10.2015, 09:20 Uhr

Artikel zum Thema

Schweiz auf der «Sun»-Frontseite – Brite kündigt Freitod gross an

Ein 68-jähriger Schreiner aus Grossbritannien hat sich bei Dignitas in Pfäffikon das Leben genommen. Er kündigte dies im grössten britischen Boulevard-Blatt an – und verfolgte damit ein Ziel. Mehr...

Machen Sterbehelfer Gewinne mit dem Tod?

Bei Lifecircle und Dignitas kostet das Sterben bis zu 10'000 Franken. Die Preise haben die Justizbehörden alarmiert. Mehr...

Sterbewillige schnappte nach Luft

Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli hat sieben Behördenmitarbeiter angezeigt. Sie liessen eine Frau ins Spital bringen, weil sie nicht die ganze Giftdosis geschluckt hatte. Das Bundesgericht gab ihnen recht. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Unsere Tipps für diesen Sommer

Geniessen Sie diesen Sommer die Wanderungen und Freizeitaktivitäten, die Sie in den Walliser Ferienorten Nendaz und Veysonnaz erwarten.

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Adieu und Adiós: Die Matrosen des mexikanischen Segelschulschiffs Cuauhtémoc haben für die grosse Parade auf der Seine die Masten erklommen. Die Fahrt zum Meer bildet den Abschluss der Armada von Rouen, eine der wichtigsten maritimen Veranstaltungen Frankreichs. (16. Juni 2019)
(Bild: Charles Platiau) Mehr...