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Dutzende Flüchtlinge sterben bei neuen Schiffsunglücken

Im Mittelmeer sind bei mehreren Unglücken viele Menschen ertrunken. Unterdessen verkündet Frankreich den Erfolg der Abriegelung des Ärmelkanals.

Flüchtlinge auf Lesbos: Mehrere Menschen ertranken im Mittelmeer vor der griechischen Insel. (29. Oktober 2015)
Flüchtlinge auf Lesbos: Mehrere Menschen ertranken im Mittelmeer vor der griechischen Insel. (29. Oktober 2015)
Aris Messinis, AFP

Bei neuen Unglücken von Flüchtlingsbooten im Mittelmeer sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Bei einem Schiffsunglück zwischen Marokko und Spanien ertranken vermutlich bis zu 39 Menschen, 15 weitere konnten gerettet werden.

Wie die spanischen Rettungsdienste mitteilten, wurde das Schiff, das bei Alhucemas in Marokko aufgebrochen war, am Donnerstag gegen Mittag von einem Flugzeug der europäischen Grenzschutzagentur Frontex entdeckt.

13 Männer und zwei Frauen, die sich an Treibgut klammerten, wurden gerettet. Die Überlebenden des Schiffsunglücks berichteten, dass weitere 39 Flüchtlinge an Bord gewesen seien. Die Sucharbeiten wurden am Nachmittag fortgesetzt.

Unglück vor Lesbos

Bei mehreren Bootsunglücken in der Ägäis kamen innerhalb eines Tages mindestens zehn Flüchtlinge auf dem Weg von der Türkei nach Griechenland ums Leben. Am Mittwochabend wurden die Leichen von zwei Kindern und einer Frau vor der Insel Aghatonisi in der Südlichen Ägäis geborgen, wie die Behörden mitteilten.

Vor der Insel Lesbos setzten Rettungskräfte die Suche nach Überlebenden eines grossen Schiffsunglücks fort. Etwa 240 Menschen konnten gerettet werden, ein Mann und zwei Kinder wurden tot geborgen. An der Suchaktion beteiligten sich auch zahlreiche Fischer und Einwohner der Insel.

Zusammenarbeit nötig

Die am Freitag in Wien geplante Syrien-Konferenz könnte nach Ansicht des deutschen Aussenministers Frank-Walter Steinmeier den Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland Hoffnung bringen. Die Beratungen in Wien seien wichtig, um den Flüchtlingen «mindestens die Rückkehroption zu geben», sagte Steinmeier nach Gesprächen mit der griechischen Regierung am Donnerstag in Athen.

Steinmeier und der griechische Aussenminister Nikos Kotzias stimmten überein, dass eine Lösung der Flüchtlingskrise keine Sache eines Staates allein sein könne. Dazu müssten alle Länder Europas und die Anrainerstaaten eng zusammenarbeiten.

Etwa 4,2 Millionen Syrer sind vor dem Krieg über die Grenze geflohen. Die meisten von ihnen leben in Flüchtlingslagern in Syriens Nachbarländern. Nach UNO-Angaben stellten etwa 513'000 Syrer Asylanträge in Europa.

Seit Jahresbeginn gelangten nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) rund 560'000 Einwanderer und Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Griechenland. Insgesamt erreichten mehr als 700'000 Menschen auf dem Seeweg Europa. Mehr als 3200 Menschen kamen demnach auf der gefährlichen Reise ums Leben.

Abriegelung des Ärmelkanaltunnels

Unterdessen verkündete der französische Innenminister Bernard Cazeneuve am Donnerstag vor der Nationalversammlung in Paris, die Anstrengungen zur Abriegelung des Ärmelkanaltunnels gegen unerlaubte Durchquerungsversuche seien erfolgreich verlaufen.

Von täglich 1300 Versuchen von Flüchtlingen, in den Tunnel bei Calais zu gelangen, sei die Zahl seit dem Einsatz zusätzlicher Sicherheitskräfte in wenigen Tagen auf 241 zurückgegangen. Seit dem 25. Oktober sei kein einziger Versuch der Durchquerung gelungen. Die Botschaft laute 'In Calais kommt keiner mehr durch', sagte Cazeneuve.

SDA/mlr

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