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Ein Scharfmacher am Ort des Grauens

Erstmals seit dem Völkermord an bosnischen Muslimen wird ein serbischer Politiker Bürgermeister der Stadt Srebrenica.

Die bosnischen Muslime sehen seine Wahl als endgültige Bestätigung der ethnischen Säuberungen: Mladen Grujicic, der neue Bürgermeister von Srebrenica. Foto: AFP
Die bosnischen Muslime sehen seine Wahl als endgültige Bestätigung der ethnischen Säuberungen: Mladen Grujicic, der neue Bürgermeister von Srebrenica. Foto: AFP

Es herrscht wieder Angst in Srebrenica. Auf den Strassen der Kleinstadt im Osten Bosniens patrouillieren mehr Polizisten. In den wenigen Kneipen, die bosnische Muslime frequentieren, wird vor allem über die dunkle Vergangenheit gesprochen und über die Zukunft gerätselt. Anlass dazu geben die Lokalwahlen, die am Sonntag in Bosnien stattfanden: Noch liegen die definitiven Ergebnisse nicht vor, aber nach Angaben der Wahlkommission dürfte erstmals seit Kriegsende vor 21 Jahren ein serbischer Politiker in Srebrenica regieren.

Gilt als Hauptdenkmal für das Massaker von Srebrenica: Der Friedhof in Potocari nahe bei Srebrenica.
Gilt als Hauptdenkmal für das Massaker von Srebrenica: Der Friedhof in Potocari nahe bei Srebrenica.
Keystone
8000 wurden getötet, rund 40'000 Menschen mussten flüchten: Von niederländischen UN-Soldaten bewacht, warten die Überlebenden etwa 5 Kilometer nördlich von Srebrenica auf ihre Evakuierung. (12. Juli 1995)
8000 wurden getötet, rund 40'000 Menschen mussten flüchten: Von niederländischen UN-Soldaten bewacht, warten die Überlebenden etwa 5 Kilometer nördlich von Srebrenica auf ihre Evakuierung. (12. Juli 1995)
Reuters
Tausende unidentifizierte Leichen: Ein bosnischer Gerichtsmediziner betrachtet Leichentaschen mit rund 3500 Toten, die dem Srebrenica-Massaker zugeschrieben werden. (10. Juli 2001)
Tausende unidentifizierte Leichen: Ein bosnischer Gerichtsmediziner betrachtet Leichentaschen mit rund 3500 Toten, die dem Srebrenica-Massaker zugeschrieben werden. (10. Juli 2001)
Keystone
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