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Ein Signal gegen Hetzer

Wenn türkische Kinder in Theaterstücken sich für den Islam opfern, dann hat das wenig mit Erinnerungskultur und viel mit Propaganda zu tun.

MeinungEnver Robelli

Im Kampf gegen den politischen Islam ergreift die ­österreichische Regierung drastische Massnahmen. Moscheen, die als Brutstätten des religiösen Fanatismus gelten, werden geschlossen, dubiose Imame müssen das Land verlassen, ihre ausländischen Finanzquellen sollen trockengelegt werden. Man kann diese Kampagne als billigen Populismus abtun. Schliesslich will sich der in Migrationsfragen verhaltensauffällige Kanzler Sebastian Kurz weiterhin als Verfechter einer Law-and-Order-Politik profilieren, und die rechtslastige FPÖ schürt schon seit Jahren den Hass mit ihren Reizparolen gegen den Islam. Damit werden muslimische Mitbürger unter Generalverdacht gestellt – der Islam als Feindbild des Abendlands: Das geht immer.

Doch betrachtet man die Realität in einigen Hinterhofmoscheen in Westeuropa, nützen Moralpredigten gegen Populismus wenig. Wenn türkische Imame dort auf Geheiss der staatlichen Religionsbehörde in Ankara die Eroberungssure des Korans lesen, um den Heiligen Krieg der Armee gegen die Kurden in Syrien zu preisen, muss der Staat einschreiten. Wenn türkische Kinder in Theaterstücken sich für den Islam und das Vaterland opfern, dann hat das wenig mit Erinnerungskultur und viel mit Propaganda zu tun. So etwas dürfen auch die Behörden in der Schweiz nicht hinnehmen. Wenn westliche Staaten weiterhin zulassen, dass salafistische Import-Imame den Islam in der Diaspora prägen, darf sich niemand über die Bildung von Parallelgesellschaften wundern.

Kinder posieren als Leichen: Bild aus der Atib-Moschee in Wien (Screenshot Facebook).
Kinder posieren als Leichen: Bild aus der Atib-Moschee in Wien (Screenshot Facebook).

Das Vorgehen der Regierung in Wien gegen religiöse Hetzer ist deshalb richtig und kein «Ausdruck der islamophoben, rassistischen und diskriminierenden Welle», wie ein Sprecher des türkischen Autokraten Recep Tayyip Erdogan sagte. Die Repression allein wird den Erdogan-Islam aber nicht zurückdrängen.

Die Muslime müssen spüren, dass sie Teil der westlichen Gesellschaften sind und keine Gastarbeiter. Die Finanzierung von Moscheen muss geregelt werden und die Ausbildung von Imamen an hiesigen Hochschulen möglich sein. Erst dann entwickelt sich – hoffentlich –ein europäischer Islam, der mit der Lebenswirklichkeit der Muslime hierzulande im Einklang steht.

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