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«Eine Bersani-Regierung mithilfe der Grillini – warum nicht?»

Das politische Patt in Rom beunruhigt Europa. Droht nun das Chaos? Das Ausland unterschätze das Potenzial Italiens bei der Lösung von politischen Krisen, meint Roman Maruhn, Politikwissenschaftler in Palermo.

Eine zentrale Figur bei der Bildung der nächsten italienischen Regierung: Pier Luigi Bersani.
Eine zentrale Figur bei der Bildung der nächsten italienischen Regierung: Pier Luigi Bersani.
Keystone

Silvio Berlusconi zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit mit dem gegnerischen Mitte-links-Lager. Kommt es nun zu einer Grossen Koalition zwischen Berlusconi und Pier Luigi Bersani?Roman Maruhn: Das kommt aus verschiedenen Gründen nicht infrage. Einerseits sind Bersani und Berlusconi stark zerstritten. Vor allem der Juniorpartner von Bersani, Nichi Vendola, Chef von «Linke, Ökologie, Freiheit», will nichts mit Berlusconi zu tun haben. Andererseits würde eine Grosse Koalition auf eine Art Technokratenregierung hinauslaufen – und dafür ist Bersani nicht zu haben. Eine Technokratenregierung gab es zuletzt, und diese ist gescheitert. Insbesondere wird sich Bersani den Sieg seines Mitte-links-Bündnisses im Abgeordnetenhaus nicht nehmen lassen. Und weil sein Bündnis im Senat die relative Mehrheit errungen hat, ergibt sich aus den Wahlresultaten in beiden Parlamentskammern, dass der Regierungsauftrag an Bersani gehen müsste. Schliesslich hat die Wahl gezeigt, dass Berlusconi nicht mehr der Regierung angehören soll. Sein Wahlresultat war klar schlechter als vor fünf Jahren.

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