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Einfach nicht nach Hause gehen

Nacht für Nacht harren Franzosen auf öffentlichen Plätzen im ganzen Land aus. Was als Protest gegen die Arbeitsmarktreform begann, wird zur Bedrohung für die Elite.

MeinungEine Reportage von Martina Meister Paris
«Morgen komme ich wieder. Und dann sind wir Millionen»: Die Bewegung «Nacht der Aufrechten». Foto: Christophe Ena (Keystone)
«Morgen komme ich wieder. Und dann sind wir Millionen»: Die Bewegung «Nacht der Aufrechten». Foto: Christophe Ena (Keystone)

Montag, 42. März, zwölfter Tag der neuen Zeitrechnung. Auf dem Platz der Republik haben sich Hunderte versammelt. Es ist 18 Uhr, Beginn der grossen Vollversammlung. «Bonsoir peuple de France», ruft ein Mann ins Mikrofron, «da bist du, endlich aufrecht, stolzes Volk der Franzosen!»

«Nuit Debout» heisst die Bewegung, «Nacht der Aufrechten». Es geht darum, wach zu bleiben und dabei die Welt zu verändern. Auf der Lederjacke des Typen, der einen Schuhkarton herumgehen lässt, steht: «Achtung: Traum». Er sammelt für die neue Lautsprecheranlage. Die erste ist von der Polizei am frühen Morgen einkassiert worden. Wie alles andere auch. Diejenigen, die durchgemacht hatten, wurden vom Platz gejagt, die Zelte und Bretterbuden von einem Bulldozer zusammengeschoben. So läuft das Spiel seit einigen Tagen.

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