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Empörung im italienischen Senat

Vor der Vertrauensabstimmung hat ein Senator der Berlusconi-Partei mit einer antisemitischen Äusserungen Gianfranco Fini angegriffen.

Mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert: Der Präsident der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini.
Mit den Geistern der Vergangenheit konfrontiert: Der Präsident der Abgeordnetenkammer Gianfranco Fini.
Keystone

Der «Volk der Freiheit»-Senator Giuseppe Ciarrapico warf dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini, mit einem antisemitischen Angriff Verrat vor. «Fini ist ein Verräter. Haben die Fini-Anhänger schon die (jüdische Kopfbedeckung) Kippa bestellt? Denn darum geht es hier eigentlich. Wer einmal verrät, verrät immer wieder», betonte der als Faschismus-Nostalgiker bekannte Ciarrapico.

Um der internationalen Öffentlichkeit klar zu machen, dass seine aus der neofaschistischen Gruppierung MSI entstandene Rechtspartei Allenaza Nazionale definitiv von ihrer Vergangenheit Abstand genommen habe, hatte Fini 2003 eine historischen Israel-Reise unternommen. Er hatte ausserdem das KZ-Lager in Auschwitz besucht.

Die Worte Ciarrapicos sorgten für Entrüstung im Senat. Die Fraktionschefin der Opposition im Senat, Anna Finocchiaro rief Berlusconi auf, von den Aussagen seines Senators Distanz zu nehmen. Andere Oppositionsparlamentarier forderten Ciarrapicos Ausweisung aus dem Senat.

«Ich habe nichts gegen die Juden»

Ciarrapico versuchte sich vor den Attacken zu verteidigen. «Ich habe nichts gegen die Juden. Meine Familie hat einige von ihnen versteckt und verteidigt, als sie in Italien verfolgt wurden. Das was zählt, ist die persönliche Geschichte Finis, die nicht zu löschen ist», betonte Ciarrapico, der auch ein bekannter Unternehmer ist.

Schon vor zwei Jahren hatte Ciarrapico Fini attackiert, weil dieser von den faschistischen Wurzeln seiner inzwischen aufgelösten Partei Alleanza Nazionale (AN) Abstand genommen hatte. «Ich habe den Faschismus nie geleugnet, doch ich bin Berlusconi treu. Ich hege eine grosse Bewunderung für Benito Mussolini «, sagte Ciarrapico damals. Er hatte jedoch versichert, dass er die Demokratie und die Republik respektiere.

SDA/jak

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