Empörung nach Tod von junger Türkin durch Polizeikugeln

Eine 25-Jährige ist nach Angaben ihrer Familie ohne Schuld durch eine Polizeiwaffe gestorben. Die Polizei widerspricht.

Die Umstände des Todes von Dilek Dogan sind noch unklar: Verwandte der Getöteten trauern in Istanbul. (26. Oktober 2015)

Die Umstände des Todes von Dilek Dogan sind noch unklar: Verwandte der Getöteten trauern in Istanbul. (26. Oktober 2015) Bild: Ozan Kose/AFP

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Knapp eine Woche vor der Parlamentswahl in der Türkei hat der Tod einer jungen Türkin durch Polizeikugeln für Empörung gesorgt. Die 25-jährige Dilek Dogan war am 18. Oktober in ihrer Istanbuler Wohnung von der Polizei angeschossen worden. Am Sonntagabend starb sie im Spital. Nach Darstellung ihrer Familie hatte die junge Frau einer Antiterror-Einheit der Polizei die Tür geöffnet und die Männer gebeten, ihre Schuhe auszuziehen. Daraufhin habe einer der Polizisten auf sie geschossen.

Örtliche Medien berichteten unter Berufung auf die Polizei, die Frau sei ins Schussfeld geraten, als in der Wohnung ein Familienmitglied nach seiner Waffe gegriffen habe. Die junge Frau gehörte der Minderheit der Aleviten an. Nachdem sich am Montag viele Menschen in sozialen Netzwerken über den Tod der Frau empörten, erklärte Vize-Regierungschef Numan Kurtulmus: «Falls es einen Fehler gegeben hat, wird er öffentlich gemacht und angemessene Strafen werden verhängt.»

In der Türkei finden am Sonntag vorgezogene Parlamentswahlen statt, nachdem die regierende islamisch-konservative Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) bei der regulären Wahl im Juni ihre absolute Mehrheit verloren hatte. (thu/sda)

Erstellt: 26.10.2015, 21:42 Uhr

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