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Er schmuggelte Hunderte jüdische Kinder in die Schweiz

Georges Loinger kämpfte in Frankreich gegen die deutsche Besatzung. Der Retter Hunderter Kinder ist im Alter von 108 Jahren verstorben.

Georges Loinger (links) wurde 2005 zum Kommandanten der französischen Ehrenlegion ernannt.
Georges Loinger (links) wurde 2005 zum Kommandanten der französischen Ehrenlegion ernannt.
Keystone

Im Alter von 108 Jahren ist der Widerstandskämpfer Georges Loinger gestorben, der während der deutschen Besatzung in Frankreich Hunderten jüdischen Kindern das Leben rettete. Die französische Stiftung zur Erinnerung an die Schoa würdigte Loinger am Wochenende als «Ausnahmemensch, dessen Kämpfe in der Erinnerung bleiben werden». Ihren Angaben zufolge verstarb er bereits am Freitag.

Loinger wurde im August 1910 in Strassburg als Sohn einer jüdisch-orthodoxen Familie geboren. Er war Vorsitzender der Vereinigung der jüdischen Résistance Frankreichs (ARJF) und Kommandant der Ehrenlegion.

1940 erhielt er als Kriegsgefangener in Bayern einen Brief seiner Ehefrau, die ein Heim mit 125 jüdischen Kindern leitete, deren Eltern 1938 in Hitler-Deutschland verhaftet worden waren. Daraufhin floh Loinger zurück nach Frankreich, er schlug sich bis zu seiner Frau in La Bourboule im Département Puy-de-Dôme im freien Teil des Landes durch.

Vor diesem Schicksal hat Loinger Hunderte bewahrt: Jüdische Frauen und Kinder bei der Ankunft im Konzentrationslager Auschwitz. Foto: Keystone
Vor diesem Schicksal hat Loinger Hunderte bewahrt: Jüdische Frauen und Kinder bei der Ankunft im Konzentrationslager Auschwitz. Foto: Keystone

Aus Furcht vor Festnahmen verteilte das Paar die Kinder auf Einrichtungen des Rettungswerks für Kinder (OSE) sowie später auf christliche oder nichtgläubige Familien. In der Folge schmuggelte Loinger 350 jüdische Kinder über die französische Stadt Annemasse in die Schweiz.

Von 1942 bis 1944 gehörte Loinger dem Widerstandsnetzwerk Garel an. Seine eigene Gruppe nannte sich Jüdische Kampforganisation. Nach dem Krieg half er Überlebenden des Nazi-Regimes, nach Palästina zu kommen.

Er war auch an der Gründung der Abraham-Brüderschaft beteiligt, die für die Annäherung der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam eintritt. 2013, im Alter von 102 Jahren empfing ihn in Israel der damalige Präsident Shimon Peres. Loingre verfasste über sein Leben und den jüdischen Widerstand während der deutschen Besatzung Frankreichs mehrere Bücher.

SDA/hvw

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