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«Erdogan kann sich nicht mehr viel leisten»

Ein türkischer Regierungsberater tritt einen Demonstranten – und löst einen Proteststurm aus. TA-Korrespondentin Christiane Schlötzer sagt, welche politischen Konsequenzen das haben könnte.

Fordern Erdogans Rücktritt: Gewerkschaftsmitglieder während einer Protestaktion in Ankara. (19. Mai 2014)
Fordern Erdogans Rücktritt: Gewerkschaftsmitglieder während einer Protestaktion in Ankara. (19. Mai 2014)
AFP
Abschied von Kumpeln: Trauernde beim Grab eines verunglückten Bergarbeiters in Soma. (18. Mai 2014)
Abschied von Kumpeln: Trauernde beim Grab eines verunglückten Bergarbeiters in Soma. (18. Mai 2014)
Bulent Kilic
In zwei Luftblasen überlebten zahlreiche Mineure. (13. Mai 2014)
In zwei Luftblasen überlebten zahlreiche Mineure. (13. Mai 2014)
Keystone
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Das Foto von Yusuf Yerkel hat es in sich: Es zeigt, wie der Berater von Premier Erdogan auf einen am Boden liegenden Demonstranten eintritt. Was weiss man über dieses Bild? Die Aufnahme ist auch in der Türkei auf allen Kanälen zu sehen. Die Regierungspartei AKP wehrt sich gegen die Version, die von den Medien verbreitet wird: Der Demonstrant sei kein Trauernder gewesen, sondern ein zugereister Linksradikaler. Er habe ein Auto des Erdogan-Konvois angegriffen und sei darum von Sicherheitskräften zurückgehalten worden. Yerkel wollte gerade in dieses Auto steigen, drehte sich dann aber nochmals um, ging zurück und trat nach dem Demonstranten. Ob das nun tatsächlich ein Linksradikaler war oder ein Trauernder, spielt keine Rolle – auf einen Menschen, der am Boden liegt, tritt man nicht ein. Auch nicht, wenn man ein Mitglied der Regierung ist.

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