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«Erdogan werden nicht einmal die Gerichte stoppen»

Die kurdische Abgeordnete im türkischen Parlament Feleknas Uca kam anlässlich der Demonstration am 25. März nach Bern.

Wir haben befürchtet, dass Sie nicht zum Interview erscheinen, weil Sie verhaftet werden könnten. Wie gross ist die Gefahr?

Sie warten am Flughafen und wissen nicht, ob Sie gerade ins Gefängnis kommen?

Was wirft man Ihnen vor?

Muss man Ihnen die Mitgliedschaft in einer Terrororganisation nicht nachweisen können, um Sie zu verurteilen?

Spielt es überhaupt noch eine Rolle, wie das Referendum ausgeht, wenn es sowieso immer mehr Richtung Präsidialautokratie geht?

Auch mit Bürgerkrieg wird gedroht, wenn es ein Nein gibt.

Wie geht das Referendum aus?

Über das kurdische Volk hinaus?

Warum ist die MHP für ein Nein? Das sind doch die Ultranationalisten?

Glauben Sie, dass Erdogan das Resultat akzeptieren wird, wenn er verliert?

Dann wird er ein Nein nicht akzeptieren?

Aber das macht er ja nicht.

Aber Europa wird kaum Druck machen, auch wenn er das Resultat nicht akzeptiert. Denn die Türkei ist für Europa wegen des Flüchtlingsabkommens viel zu wichtig.

Die Niederlande haben Wahlkampfauftritte türkischer Minister verboten. War das richtig?

Die Redefreiheit gilt für alle.

Vor einer Woche haben Sie in Bern an der Demonstration «Freiheit, Frieden, Rechtsstaat und Demokratie in der Türkei» eine Rede gehalten. An dieser Demo wurde ein Erdogan-Plakat gezeigt, das zu Gewalt aufrief.

Wie macht die Opposition in der Türkei Abstimmungskampf?

Warum, denken Sie, darf die Opposition nun auch Grossveranstaltungen durchführen?

Sie haben gefeiert, durften aber keine Flyer verteilen. Wie bringen Sie die Botschaft zu den Leute?

Das ist ein Konflikt zwischen Türken und Kurden.

Wie werden die Flüchtlinge ausgewählt?

Das deutet darauf hin, dass bei der Abstimmung manipuliert wird.

Sie wurden bei Schlägereien im türkischen Parlament und an einer Demonstration in Diyarbakir verprügelt. Können Sie als Politikerin noch sagen, was Sie wollen?

Können Sie als Parlamentarierin überhaupt noch arbeiten?

Haben Sie die Schläger angezeigt?

Aber es hätte vielleicht eine symbolische Bedeutung, wenn eine Abgeordnete Anzeige erstattet.

Damit können Sie doch zur Polizei gehen und Anzeige machen?

Die PKK ist eine Realität der kurdischen Geschichte.

Wo liegt die Zukunft der Türkei? In Europa oder in Asien?

Die Türkei ist strategisch und ökonomisch zu wichtig für Europa, um auf Konfrontation zu gehen.

Europa würde wohl auch einen Bürgerkrieg in der Türkei nicht stoppen können.

Das dürfte zu noch mehr Blutvergiessen führen.

Sind Sie für die Gründung eines Kurdenstaats?

Faktisch herrscht dort doch ein Einparteiensystem der PYD, der Schwesterpartei der PKK.

Es gibt kein Einparteiensystem?

Wie stehen Sie zur PKK?