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Erdogan will «Flüchtlingsstadt» in Syrien bauen

Der türkische Staatschef schlägt vor, syrische Flüchtlinge in ein riesiges Lager abzuschieben. Er habe bereits mit US-Präsident Barack Obama darüber gesprochen.

Möchte ein Ansteigen der Flüchtlingszahl in der Türkei verhindern: Präsident Recep Tayyip Erdogan. (10. Februar 2016)
Möchte ein Ansteigen der Flüchtlingszahl in der Türkei verhindern: Präsident Recep Tayyip Erdogan. (10. Februar 2016)
Keystone

Bis zu 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge sollen sich aktuell in der Türkei aufhalten. Staatschef Recep Tayyip Erdogan schlägt deshalb den Bau einer eigenen Stadt für Flüchtlinge im Norden Syriens vor, wie er der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu sagte.

Die Stadt könne nahe der Grenze mithilfe der internationalen Gemeinschaft errichtet werden und bis zu 4500 Quadratkilometer gross sein. Über den Plan habe er bereits mit US-Präsident Barack Obama gesprochen, sagte Erdogan laut der Nachrichtenagentur Anadolu. Die Verhandlungen hätten aber «noch keine Früchte getragen». Einen Zeithorizont für die Realisierung des Projekts skizzierte Erdogan nicht.

EU droht mit Massenabschiebung

Ankara wirbt schon länger für die Errichtung einer Schutzzone im Norden Syriens entlang der gemeinsamen Grenze. Dies könne eine weitere Massenflucht in die Türkei und nach Europa verhindern, so das Argument.

Auch die Europäische Union droht Flüchtlingen mit einer Massenabschiebung. EU-Ratspräsident Donald Tusk wählte am Mittwoch drastische Worte: Die EU werde ihre Grenzen abschotten und die Flüchtlinge summarisch abschieben.

Laut dem «Spiegel» fördert die EU die Abschiebung von Flüchtlingen aus der Türkei. Brüssel finanziere dort «Aufbau und Ausstattung von Zentren für die Aufnahme und Rückführung von Drittstaatenangehörigen», zitierte die Zeitschrift aus einer Antwort des Auswärtigen Amts an die Grünen. Demnach sollen in den Zentren Menschen aus Drittstaaten untergebracht werden, die in ihre Heimat zurückgebracht werden sollen.

AFP/pat

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