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Erdogan-Berater tritt auf Demonstranten ein

Ein auf Twitter kursierendes Bild zeigt den Berater des türkischen Premiers Erdogan im Grubenunglücksort Soma. Er attackiert einen Demonstranten.

Fordern Erdogans Rücktritt: Gewerkschaftsmitglieder während einer Protestaktion in Ankara. (19. Mai 2014)
Fordern Erdogans Rücktritt: Gewerkschaftsmitglieder während einer Protestaktion in Ankara. (19. Mai 2014)
AFP
Abschied von Kumpeln: Trauernde beim Grab eines verunglückten Bergarbeiters in Soma. (18. Mai 2014)
Abschied von Kumpeln: Trauernde beim Grab eines verunglückten Bergarbeiters in Soma. (18. Mai 2014)
Bulent Kilic
In zwei Luftblasen überlebten zahlreiche Mineure. (13. Mai 2014)
In zwei Luftblasen überlebten zahlreiche Mineure. (13. Mai 2014)
Keystone
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Die Bedeutung des Bildes ist unmissverständlich: Ein junger Türke liegt auf dem Boden – er war nach dem Grubenunglück in Soma auf die Strasse gegangen, um zu protestieren. Zwei Sicherheitskräfte halten ihn fest, neben ihm steht ein Mann in Anzug. Es handelt sich um Yusuf Yerkel, einen engen Berater von Premier Tayyip Erdogan. Yerkel holt mit dem rechten Bein aus und wird ohne Zweifel im nächsten Augenblick nach dem Demonstranten treten.

Das Foto tauchte gestern Abend auf Twitter auf und wurde seither Hunderte Male geteilt. Medien erheben es zum Symbol für den Umgang der türkischen Regierung mit dem verheerenden Unglück, bei dem mindestens 280 Menschen starben.

Entstanden ist die Aufnahme am Rande des gestrigen Besuchs von Erdogan in Soma. In einer Rede hatte er das Unglück zuvor als «gewöhnliche Sache» bezeichnet: «Derlei Arbeitsunfälle passieren überall auf der Welt.»

Gegenüber der englischsprachigen Ausgabe der türkischen Zeitung «Hürriyet» verteidigt Yerkel sein Verhalten: Beim Mann am Boden handle es sich um einen «militanten Linksradikalen». Er habe Erdogan und seine Begleiter angegriffen und beleidigt. «Soll ich da ruhig bleiben?»

Die Stimmung in der Türkei ist nach dem Grubenunglück mehr als angespannt. Trauer und Wut richten sich zunehmend gegen die Regierung. In Ankara demonstrierten gestern Abend mehrere tausend Menschen gegen Ministerpräsident Erdogan, die Polizei ging mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Menge vor. Aus Protest gegen die Privatisierungspolitik der Regierung hat die grösste Gewerkschaft der Türkei (KESK) für heute zum Streik aufgerufen.

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